Wer bei der Handy-Nutzung am Steuer erwischt wird, muss ab sofort deutlich tiefer in die Tasche greifen
Wer bei der Handy-Nutzung am Steuer erwischt wird, muss ab sofort deutlich tiefer in die Tasche greifen Bild © picture-alliance/dpa

Auf Autofahrer, die sich nicht an die Regeln halten, kommen teure Zeiten zu: Rettungsgassen-Blockierer und Handy am Steuer werden richtig teuer.

Autofahrer, die im Stau keine Rettungsgasse bilden oder die ein Handy am Ohr haben und durch ihre unsichere Fahrweise den Verkehr behindern oder gar gefährden müssen ab sofort mit hohen Strafen rechnen: Im Bußgeldkatalog 2017 wurden die Strafen teils drastisch erhöht. Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt zum Beispiel ab sofort das Zehnfache der bisherigen Strafe...

Handy am Steuer

Die Handy-Nutzung am Steuer nimmt nicht ab. Warum das schlecht ist, weiß jeder, der mal hinter einem Autofahrer mit Handy am Ohr gefahren ist: Diese Autofahrer bestechen oft durch eine unsichere Fahrweise, weil sie mit den Gedanken bei ihrem Gesprächspartner sind und nicht auf der Straße. Noch schlimmer ist es, wenn während der Fahrt eine Nachricht auf dem Smartphone getippt wird. Dann befindet sich das Fahrzeug praktisch im Blindflug.

Und weil beides ziemlich gefährlich ist, werden die entsprechenden Strafen jetzt deutlich erhöht: Statt wie bisher 60 Euro werden für Verstöße gegen das Handyverbot ab sofort 100 Euro fällig - plus ein Punkt in Flensburg. Wer wegen des Handys auch noch einen Unfall baut, darf 200 Euro abdrücken und bekommt einen Monat Fahrverbot. Das gilt natürlich auch für die Tablet- und Notebook-Nutzung am Steuer.

Auch für Radfahrer ist ein Handy am Ohr ein no-go: Statt 25 Euro müssen die ab sofort 55 Euro zahlen, wenn sie mit Handy beim Radfahren erwischt werden.

Verhüllt am Steuer

60 Euro werden fällig, wenn man verhüllt am Steuer sitzt. Also zum Beispiel mit einer Ski-Maske, den Schal bis über die Nase gezogen oder aber auch mit Burka oder Nikab. Der Grund: Der Fahrer sollte zum Beispiel auf einem Blitzer-Foto eindeutig zu erkennen sein.

Illegale Autorennen

Illegale Autorennen sind keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat. Wer solche Rennen veranstaltet oder dabei mit macht, kann im besten Fall mit hohen Geldstrafen rechnen und geht im schlimmsten Fall für bis zu zwei Jahre ins Gefängnis. Werden Menschen verletzt oder kommen sogar ums Leben, können es bis zu zehn Jahre werden. Außerdem können Fahrzeuge und Führerscheine beschlagnahmt werden.

Wer jetzt sagt, "Mir egal. Ich nehme nicht an solchen Rennen teil!", sollte trotzdem aufpassen: Diese Verschärfung gilt auch für Fahrer die mit "nicht angepasster Geschwindigkeit und grob und verkehrswidrig und rücksichtslos" angetroffen werden.

Rettungsgassen-Blockierer

In den letzten Monaten leider immer wieder ein Thema: Fehlende Rettungsgassen auf der Autobahn, wodurch Polizei und Rettungskräfte behindert wurden. Wer bei Stau oder stockendem Verkehr keine Rettungsgasse bildet, musste bisher mit 20 Euro Strafe rechnen. Ab sofort sind es mindestens 200 Euro und ein Punkt in Flensburg, maximal 320 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Wer ansonsten Einsatzwagen mit Blaulicht und Einsatzhorn keinen Platz macht, muss mit mindestens 240 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Ihr wollt noch mehr wissen? Den Bußgeldkatalog gibt es auch online auf bussgeldkatalog.org.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 19.10.2017, 8 Uhr

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