DSGVO Datenschutz Richtlinie
Sind ab dem 25. Mai wirksam: Neue Datenschutzregeln in der EU. Bild © Imago

WhatsApp, Facebook, der Newsletter des Online-Shops – überall sollt Ihr gerade irgendwas akzeptieren. Alle aktualisieren ihre Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien. Warum die das machen? Weil in der EU ab dem 25. Mai neue Datenschutzregeln gelten. Wir erklären, warum das für die allermeisten von Euch eine gute Nachricht ist.

Privatsphäre ist jetzt voreingestellt

DSGVO Datenschutz Richtlinie
Auch bei Facebook müsst ihr die neuen EU-Datenschutzregeln akzeptieren. Bild © Imago

Mit den neuen Regeln wird es leichter für euch, online eure Privatsphäre zu schützen. Früher musstet Ihr selbst aktiv werden, wenn Ihr zum Beispiel Facebook verbieten wolltet, bestimmte Daten – von Euch zu sammeln. Oft musstet Ihr Euch dazu durch versteckte Menüs klicken. Jetzt werdet Ihr – zumindest bei einigen Daten - vorher gefragt. Außerdem sind die Menüs einfacher gestaltet. Allerdings sammelt gerade Facebook nach wie vor eine Menge Daten von Euch, dazu gebt Ihr bereits Euer Einverständnis, wenn Ihr Facebook beitretet.

Grundsätzlich sollen Apps mit datenschutzfreundlichen Voreinstellungen kommen. Außerdem muss Euch jeder, der Eure Daten verarbeitet, in verständlicher Sprache erklären, was er damit anstellt.

WhatsApp

Eine App, die von der neuen EU-Verordnung wohl am meisten betroffen sein dürfte, ist WhatsApp. Der mit Abstand beliebteste Messenger der Deutschen ist nämlich ab 25. Mai offiziell erst für Menschen ab 16 Jahren erlaubt. Christian Solmecke, Anwalt für Medienrecht, apelliert aber vor allem an Eltern, durchzuatmen:

"Wenn mein Kind jetzt einfach weiter What’s App benutzt, obwohl es keine 16 Jahre alt ist und einfach gelogen hat, bei der Angabe des Alters, kann mir aus Elternperspektive eigentlich nichts passieren. Denn die Rechtsfolge ist zunächst einmal, dass die Verträge, die hier geschlossen worden sind, unwirksam sind. Ich persönlich gehe aber davon aus, dass What’s App es gar nicht so unrecht ist, wenn die Kinder hier bewusst lügen. Weil man natürlich die ganze jüngere Zielgruppe trotzdem noch an Bord haben will. Und insofern wird es hier wahrscheinlich auch keinerlei Nachforschungen seitens des Dienstes geben."

Und was ist mit Fotos?

brandenburgertor
Kaum zu vermeiden: Andere Touristen, die durchs Bild rennen. Bild © Imago

Jedes Foto, auf dem ein Mensch identifiziert werden kann, enthält personenbezogene Daten. Bisher ist die Regel: Für Fotos von anderen Menschen braucht Ihr die Zustimmung der fotografierten Person. Ausnahmen gibt es für die Presse, bei öffentlichen Ereignissen oder wenn Personen nur "Beiwerk" sind, zum Beispiel im Urlaubsschnappschuss vom Brandenburger Tor.

Für Menschen, die mit Fotos Geld verdienen, dürfte das durch die neuen Regeln komplizierter werden, sagt die Medienrechtskanzlei Wilde, Beuger, Solmecke. Zum Beispiel für Werbefotografen oder Influencer. Sie müssen sich wohl jedes Mal eine ausdrückliche Erlaubnis einholen.

Wenn Ihr Fotos aber nur im persönlichen oder familiären Umfeld macht, seid Ihr, so die Einschätzung der Kanzlei, auch hier wieder sicher. Von Seiten im Netz, die das Gegenteil behaupten, solltet Ihr euch nicht verrückt machen lassen.

Weitere Informationen

DSVGO?

DSVGO - diese Abkürzung ist Euch in den letzten Tagen wohl schon öfter begegnet. Sie steht für die europäische Datenschutz-Grundverordnung. Mit Ihr schafft die EU einheitliche Regeln zum Umgang mit persönlichen Daten. Die DSGVO ist seit 2016 in Kraft. Am 25. Mai 2018 muss sie in allen EU-Mitgliedsstaaten angewendet werden.

Ende der weiteren Informationen

Auch Werbe-Tracker haben es schwerer

Facebook zum Beispiel verwendet Eure Daten dazu, Werbung gezielt auf Euch zuzuschneiden. Andere Firmen machen es ähnlich. Über sogenannte Cookies (die nervigen Pop-Ups, bei denen man immer einfach auf "OK" klickt) tracken einige Unternehmen alles, was Ihr im Netz tut.

Ein Beispiel: Ihr habt euch einen Fernseher bei Amazon angeguckt und seht jetzt auf jeder Seite Amazon-Werbung für Fernseher. Das war bisher völlig normal. In Zukunft müsst Ihr dieser Art von Werbe-Tracking ausdrücklich zustimmen. Wer das nicht tut, wird auch nicht vom Amazon-Fernseher durchs Netz verfolgt.

Sendung: hr3 - hr3 am Nachmittag, 24.05.18, 13:30 Uhr

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