Schnake
Schnaken werden oft für Stechmücken gehalten. Bild © picture-alliance/dpa

Wenn wir einen Mückenstich haben, sagen wir Hessen gerne: Das war eine Schnake! Warum es die aber gar nicht gewesen sein kann, lest Ihr hier.

Bei Stechmücken und Schnaken handelt es sich tatsächlich um zwei verschiedene Tiere. Zwar gehören beide zur Ordnung der Zweiflügler und der Unterordnung der Mücken. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Nur eine von ihnen hat einen Stechrüssel.

Die Stechmücke

Und das ist, wie der Name schon verrät - die Stechmücke. Die Weibchen benötigen Blut, um nach der Befruchtung Eier bilden zu können. Mit ihrem Stechrüssel durchbohren sie die Haut ihrer "Opfer" und saugen deren Blut. Männliche Stechmücken und unbefruchtete Weibchen stechen dagegen nicht: Sie ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften.

Die Schnake

Schnake und Mücke
Nicht nur ein Größenunterschied: Links die Schnake, rechts die Stechmücke. Bild © picture-alliance/dpa

In vielen Regionen Deutschlands - unter anderem bei uns in Hessen - bezeichnen wir Stechmücken gerne mal als Schnake. Zoologisch gesehen ist das aber falsch. Die Schnake kann mit ihrem Mundwerkzeug nämlich gar nicht stechen. Und sie mag auch kein Blut, sondern ernährt sich von Nektar. Auch in ihrer Größe unterscheiden sich die Schnaken von den Blutsaugern: Erstere bringen es auf eine Körperlänge von vier Zentimetern und eine Flügelspannweite von 5 Zentimetern. Im Vergleich dazu wirkt die Stechmücke mit ihren 1,5 Zentimetern winzig.

Und wer wird jetzt gestochen?

Blutgruppe, Alter und Geschlecht der Opfer sind für Mücken ziemlich bedeutungslos. Das Gerücht, Mücken würden bevorzugt "süßes" Blut trinken, stimmt also nicht. Sie gehen allenfalls an "fettes" Blut und stechen besonders gerne Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel.

Auch der persönliche Duft und Atemgeruch des "Blutspenders" sind ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der "Opfer". Was wir essen, kann also Ausschlag dafür geben, wie gerne Stechmücken unser Blut saugen wollen. Ein Beispiel: Wer Reis gegessen hat, wird eher gestochen als jemand, der Kohl verzehrt hat. Bei der Verdauung von Reis gibt der menschliche Körper eine höhere Kohlendioxidausdünstung ab - und das scheint die Quälgeister vermehrt anzuziehen. Genau ist es übrigens mit Schweißgeruch.

Gehen Stechmücken auch an Hunde?

Tiere wie Hunde und Katzen sind durch ihr dichtes Fell besser vor Stechmücken geschützt und reagieren meist auch nicht so heftig darauf wie wir Menschen. Von den Blutsaugern geht aber eine andere Gefahr aus: Sie können Krankheiten übertragen.

Hund kratzt sich
Das juckt: Auch Hunde können von Stechmücken gepiesackt werden. Bild © Colourbox.de

Bei Hunden zum Beispiel den Herzwurm, der sich vor allem im Herzen und in der Lunge einnistet und dort die Körperfunktionen beeinträchtigt, oder den Erreger der Infektionserkrankung Leishmaniose. Das Risiko einer solchen Infektion ist besonders in südlichen Ländern hoch. Wenn Ihr etwa Euren Hund mit in den Urlaub nehmen wollt, solltet Ihr Euch bei Eurem Tierarzt nach geeigneten Parasitenmitteln erkundigen.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 21.06.2018, 05:00 Uhr

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