Mädchen sprüht sich mit Mückenspray ein
Mückenschutzmittel schützen Euch zumindest für einige Stunden vor den Rheinschnaken. Bild © Imago Images

In den Gemeinden am Rhein brummt und surrt es ordentlich: Die sogenannten Überschwemmungsschnaken sind auf Wanderschaft – sie sind auf der Suche nach Leuten, deren Blut sie saugen können. Wir erklären, wie Ihr Euch am besten schützt.

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Tanja Tobi hr3 Morningshow Teaser

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr3 Morningshow: Die Mücken kommen!

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Besonders die Gemeinden direkt am Rhein, zum Beispiel Stockstadt, Lampertheim und Erfelden, haben unter den sogenannten Rhein- oder Überschwemmungsschnaken zu leiden. hr3 Hörerin Petra und ihre Familie in Riedstadt-Goddelau wagen sich abends kaum noch aus der Tür: "Wir werden aufgefressen", erzählt sie Tanja und Tobi aus der hr3 Morningshow.

Nachdem die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e.V. ihre Helikopter nicht einsetzen konnte, konnten die Larven nicht flächendeckend bekämpft werden. Leider haben Stechmücken eine Lebenserwartung von vier bis sechs Wochen. Deshalb müssen Petra und alle Leidesgenossen noch bis in die zweite Juli-Hälfte aushalten.

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Am Wochenende wird es besonders schlimm

Die Mücken lieben schwülwarmes Wetter. "Da sind sie besonders stech- und flugaktiv", erklärt Norbert Becker. Die Luftfeuchte und Temperaturen in den Abendstunden kommen ihnen besonders entgegen. Am Wochenende wird das in den Gemeinden am Rhein deutlich zu spüren sein, weiß Becker. "Im Moment sind sie noch weitgehend im Auewald. Bei der Suche nach einem Wirt können sie aber bis zu 10 Kilometer wandern. Sie werden in den nächsten Wochen also auch zunehmend in die Gemeinden eintreten." In etwa vier bis sechs Wochen ist es dann geschafft – so lange ist die Lebensspanne der Rheinmücken.

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Nur die Weibchen haben "Blutdurst"

Norbert Becker vom KABS erklärt: "Wir können nur die Larven bekämpfen, nicht die Puppen. Das liegt daran, dass wir kein Gift einsetzen, sondern einen biologischen Wirkstoff, der nur die Larven tötet." Mittlerweile sind die Larven aber schon geschlüpft – und noch mehr: Vor zwei Tagen haben sie mit der Begattung begonnen. Danach entwickeln die Weibchen die "Blutgier", die uns das Leben schwer macht.

Stechmücke
Lästige Biester: In Füße stechen sie am liebsten ... Bild © Colourbox.de

Es sind nämlich nur die Weibchen, die stechen. Das machen sie aber nicht etwa, um sich selbst zu versorgen. Sie benötigen diese Blutmahlzeit, um die Eientwicklung abzuschließen: Unser Blut dient ihnen als Eiweißressource für die Entwicklung des Dotters. Beim Stechen geben sie ein Speichelsekret ab, in dem Eiweißsstoffe und Histamine enthalten sind. Das sorgt dafür, dass das Blut nicht gerinnen kann und sie es problemlos saugen können. Diese Histamine erzeugen bei uns Menschen allerdings auch die Quaddeln und den Juckreiz.

Das hilft gegen Mückenstiche

Genau deswegen sind auch Gele und Cremes, die Antihistaminika enthalten, besonders wirksam bei Stichen. Außerdem hilft Kälte, zum Beispiel in Form eines Eiswürfels, oder alternativ die gute alte Spucke. So könnt Ihr die Beschwerden zumindest temporär lindern.

Um zu verhindern, dass Ihr gestochen werdet, empfiehlt Norbert Becker sogenannte Repellentien. Darunter versteht man Duftstoffe, die abschreckend auf andere wirken. Dazu gehören zum Beispiel Mittel wie Autan, Anti Brumm oder No Bite. "Die bieten immerhin Schutz für ein paar Stunden. Außerdem sollte man die Kleidung so wählen, dass nicht so viele freie Hautstellen für die Mückenweibchen präsentiert werden", so der Experte. Er rät außerdem dazu, sich besonders in der Dämmerung im Haus aufzuhalten.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 06.06.2019, 05:00 Uhr

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