Die Geschwister Lina und Finn umarmen sich.

Die Geschichte von Finn hat Hessen und die hr3 Redaktion bewegt. Wegen einer seltenen Blutkrankheit brauchte der Siebenjährige dringend eine Stammzellspende. Die hat er bekommen – von seiner Schwester Lina. So geht es ihm heute.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tanja und Tobi erfahren, wie es Finn geht

Tanja Tobi hr3 Morningshow Teaser
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Den 17. September 2019 wird Melanie aus Ebsdorfergrund (Marburg-Biedenkopf) nie vergessen. Denn an diesem Tag kommt die Schock-Diagnose für ihren Sohn Finn: Knochenmark-Versagen. Weil es ihm nicht gut ging, war ihm am Tag davor beim Arzt Blut abgenommen worden. Vielleicht sind die Eisenwerte nicht in Ordnung oder es ist ein Zeckenbiss, denkt seine Mutter erst einmal.

Doch dann kommt der Anruf, der alles verändern wird: Seine Eltern sollen den Siebenjährigen sofort in die Notaufnahme bringen. Von da aus geht es für Finn direkt in die Kinderonkologie Gießen. "Da wussten wir nicht mehr, wie uns geschieht", erinnert sich Melanie im Gespräch mit Tanja und Tobi aus der hr3 Morningshow.

Die Diagnose

Finns Körper bildet nicht mehr genug Blutzellen. Sein Immunsystem ist zu dem Zeitpunkt fast nicht mehr vorhanden. Nur eine Stammzellspende kann ihn retten. Es folgen zwei Monate emotionale Achterbahnfahrt für seine Familie.

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zum Video DKMS-Typisierung im hr: Wir werden Stammzellspender!

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Mit vielen Helfern aus dem Ort organisieren sie eine große Typisierungsaktion in ihrem Heimatort Ebsdorfergrund. Doch dann geschieht in diesem Unglück ein kleines Wunder. Es gibt eine Lebensretterin für Finn. Und die ist ihm ganz nah.

Wie ein Sechser im Lotto

Denn obwohl Geschwister eigentlich immer nur zu 25 Prozent passend sind, entpuppt sich seine Schwester Lina als perfekte Spenderin. Ein großartiges Gefühl, erinnert sich Mama Melanie: "Die Ärztin sagte: 'Die Lina passt zu 100 Prozent.' Das war sensationell."

Auch wenn Finn damit quasi seinen Sechser im Lotto gefunden hat und behandelt werden kann, findet die Typisierungsaktion dann trotzdem statt. Denn viele Menschen auch in Hessen warten immer noch auf einen Lebensretter. Wie die anderen kranken Kinder, die Finn jeden Tag im Krankenhaus trifft. Er hofft, dass bei der Aktion ein passender Spender für sie dabei war.

Lina spendet fünf Millionen Stammzellen

Am 17. Dezember ist es dann so weit: Der Tag der Transplantation steht an. Lina bekommt dafür eine Vollnarkose. Das ist alles ganz schön aufregend für die Eltern der beiden. Doch alles klappt! Statt zwei Millionen Stammzellen aus ihrem Knochenmark spendet Lina ihrem Bruder sogar fünf Millionen Stammzellen.

Dass sie ihrem Bruder helfen konnte, macht die Neunjährige stolz. Finn weiß, was Lina für ihn getan hat und ist sehr dankbar. Knapp vier Wochen später ist er dann nach der langen Zeit im Krankenhaus endlich wieder zu Hause. "Kaum zu glauben", sagt seine Mutter.

So geht es Finn heute

Dass es so schnell gehen würde, damit hatten seine Familie und die Ärzte nicht gerechnet. Denn vor der Stammzelltransplantation hatte Finn noch eine heftige Chemotherapie bekommen. Doch der Siebenjährige ist ein Kämpfer. "Er ist da durchgelaufen, das ist sensationell", sagt seine Mutter. Die ganze Krankenhausstation und seine Eltern sind erstaunt.

Wie es ihm heute geht? "Finn geht es sehr gut. Er ist wieder der Alte", berichtet Melanie. Er muss zwar jeden Tag zur Kontrolle in die Klinik, das ist aber alles nicht schlimm. Denn endlich kann die Familie wieder zusammen am Esszimmertisch sitzen, spielen, Spaß haben.

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Spender werden ist ganz leicht

Auf der Webseite der DKMS könnt Ihr Euch als Stammzellspender registrieren. Ihr erhaltet im Anschluss daran das Registrierungs-Set per Post. Mit den beigelegten Wattestäbchen macht Ihr einen Abstrich Eurer Wangenschleimhaut und schickt das Set wieder an die DKMS zurück. Dort werden Eure Merkmale überprüft und in einer Datenbank abgespeichert. Ihr steht dann sofort als Spender zur Verfügung.

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Dieses Essen vermisst der Siebenjährige ganz besonders

Als wir Finn vor ein paar Wochen fragten, was ihn an seiner Krankheit am härtesten trifft, überraschte er mit einer Antwort, bei der besonders Tobi mitfühlen konnte: "Dass ich keine rote Wurst essen darf."

Darauf muss der Siebenjährige auch noch weiter verzichten. Erst ab dem 200. Tag nach der Transplantation – also nach dem Sommer – darf er wieder Lebensmittel wie Hackfleisch und rote Wurst essen. Doch wer so viel geschafft hat wie Finn, der wird auch das durchhalten.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 30.01.2019, 05:40 Uhr

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