Schüler beim Weitsprung
Schüler beim Weitsprung. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Da muss jeder Hesse mal durch und diese Woche auch wieder tausende Schüler. Werfen, rennen, springen und die meisten wissen gar nicht, wofür sie das machen müssen, bei den Bundesjugendspielen. Nicht nur Schüler, sondern auch sehr viele Eltern fragen sich, warum es die überhaupt noch gibt und was für einen Sinn sie haben.

hr3 Hörerin Luna aus Hilders in Osthessen freut sich auf gar nichts, "weil man da schwitzt", verrät sie Tobi vorab im hr3 Interview. Sie musste bei der Hitze Seilspringen, es war sehr warm und das war für sie nicht angenehm.

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„Das braucht kein Mensch!“ Zitat von Sohn von Tobi Kämmerer
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Beim Sohn von hr3 Moderatorin Tanja waren am Dienstag Bundesjugendspiele und es ist "zielstrebig immer an diesem Tag unfassbar heiß!", stellt sie fest. Andere Eltern schreiben ihren Kinder deshalb sogar eine Entschuldigung, wegen einer spontanen Sehnenscheidenentzündung.

Dominic Ullrich, Vize-Präsident Jugend beim Deutschen Leichtathletik-Verband
Portrait des Vize-Präsidenten Jugend beim Deutschen Leichtathletik-Verband, Dominic Ullrich Bild © Dominic Ullrich

Dass unseren Kindern die Bundesjugendspiele nicht so gefallen, hat auch der Vize-Präsident der Jugend-Abteilung beim Deutschen Leichtathletik-Verband Dominic Ullrich mitbekommen. Er hat sich bei uns gemeldet und uns erzählt, warum die Bundesjugendspiele an vielen Schulen so veraltet sind und wie sie besser sein können.

"Es gibt Situationen, die für die Kinder überhaupt nicht glücklich sind: In der Sonne stehen und warten", wenn der Weitsprung auf den Zentimeter genau gemessen wird. Die Schüler stehen mehr, als dass sie wirklich Sport machen, erzählt uns der Vize-Präsident. Diese Wettkampfform gibt es zwar, aber die ist gar nicht mehr zeitgemäß und auch nicht kindgemäß.

Seit vielen Jahren gibt eine neue Form der Bundesjugendspiele

"Bei der Wettbewerbsform sind viel mehr Bewegungszeiten möglich", sagt Dominic Ullrich.  Hier werden Punkte gesammelt, Distanzen sind zum Beispiel in Zonen eingeteilt und die Ermittlung der Punkte geht viel schneller. "Damit kann man die Kinder begeistern."

Der Vize-Präsident ist überzeugt, dass die Bundesjugendspiele ein tolles Fest sein können, mit tollen Erlebnissen. Ein Schulsportfest, bei dem man auch die Vielfalt und die Attraktivität der Leichtathletik kennenlernen könne.

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„Wir haben eine veränderte Kindheit, da muss man von Anfang an schauen, wie man Akzente und Impulse setzen kann, für mehr Bewegung.“ Zitat von Vize-Präsident Dominic Ullrich
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Es gibt eine Vereinbarung der Kultusminister-Konferenz, die alle Schulen dazu verpflichtet, ein Mal im Jahr die Bundesjugendspiele auszutragen. Das ist sinnvoll aus der Sicht von Dominic Ullrich, weil man so alle Kinder und Jugendliche erreiche und sie an die Grundsportarten heranführen könne.

Die neue Wettbewerbsform wird noch nicht von vielen Schulen angeboten

Allen Bundesländern wird empfohlen, die neue Wettbewerbsform umzusetzen. Die Kultusminister Konferenz (KMK), das Bundesfamilienministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) geben jedes Jahr eine Ausschreibung an alle Schulen raus, welche die neue Wettbewerbsform von der ersten bis zur sechsten Klasse empfielt.

Erste und zweite Klasse dürfen die alte Wettkampfform gar nicht durchführen!

Der Wunsch ist groß, dass alle Schulen das neue Konzept annehmen.
Es werden viele Fortbildungen für Lehrer angeboten, die dabei auch davon überzeugt werden. Bis alle Schulen auf dem neusten Stand sind, kann es aber noch eine Weile dauern.

Das können die Eltern machen

Kinder warten in der Schlange, bei heißem Wetter
Kinder warten in der Schlange, bei heißem Wetter. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Dominic Ullrich empfiehlt, dass der Elternbeirat sein Recht nutzen könne, am schulischen Gestaltungsprozess mitzuarbeiten und die neue Wettbewerbsform einfordern solle. Ein positives Argument könne sein, das "Schlangenformationswarten" zu verhindern. Das ist die Zeit, die die Schüler ohne Bewegung in der Schlange stehen und warten. Andere Aspekte des Miteinander-Erlebens können auch in den Vordergrund gebracht werden. Die Bundesjugendspiele könnten also besser sein, mehr Spaß machen und weniger Leerlauf haben und das alles heute schon.

Weitere Informationen

Mehr Infos

Bundesjugendspiele.de und leichtathletik.de

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