Wildunfall Reh Sujet
Gerade in der Dämmerung springen Rehe oft direkt auf die Straße. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die Fahrt von der Arbeit nach Hause ist im Herbst nicht ungefährlich: Rehe oder Wildschweine, die über die Straße laufen, sind nur schwer zu sehen. Und mit der Zeitumstellung fällt der Wildwechsel mitten in den Berufsverkehr. Wir sagen Euch, auf was Ihr achten müsst und was Ihr tut, wenn es doch mal kracht.

Der Aufprall mit einem Auto auf ein Wildschwein kann ganz schön heftig sein: Schon wenn Ihr mit Tempo 60 auf der Straße unterwegs seid, wirkt das Gewicht wie der Zusammenstoß mit einem Nashorn. 3,5 Tonnen wirken auf das Auto ein. Kein Wunder also, dass es oft nicht nur bei Blechschäden bleibt. Laut Statistischem Bundesamt gab es in Deutschland nach Wildunfällen im vergangenen Jahr knapp 3.000 Verletzte - zehn Menschen wurden sogar getötet. Alleine in Hessen wurden innerhalb eines Jahres mehr als 17.400 Unfälle mit Wildtieren gemeldet.

Gefahr durch Zeitumstellung

Ein Reh am Straßenrand.
Auch Rehe müssen sich erst an die Zeitumstellung gewöhnen. Bild © picture-alliance/dpa

Der Landesjagdverband in Hessen schlägt nun Alarm: Gerade mit der Zeitumstellung steigt in den nächsten Tagen das Risiko, mit einem Tier zusammenzustoßen. "Rehe sind vor allem kurz vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs", erklärt Markus Stifter vom Jagdverband im hr3 Interview. "Durch die Zeitumstellung fällt der Wildwechsel also verstärkt in den Berufsverkehr." Außerdem seien die Tiere im Moment an die Sommerzeit gewöhnt. "Sie lernen, zu welchen Zeiten sie besonders vorsichtig sein müssen - aber das dauert ein paar Wochen."

Weitere Informationen

Die App "Wuidi"...

...soll dabei helfen, Wildunfälle zu vermeiden. Wie sie das macht, erklären wir hier.

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Wie Ihr einen Unfall verhindert:

  • Fahrt vor allem in der Dämmerung und im Morgengrauen vorsichtig.
  • Gefährlich sind vor allem Straßen, bei denen auf der einen Seite ein Waldstück liegt und auf der anderen ein Feld.
  • Dort also: Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein.
  • Wenn Ihr ein Tier am Straßenrand stehen seht, solltet Ihr deutlich langsamer werden oder sogar ganz abbremsen.
  • Lasst dann auf keinen Fall das Fernlicht an! Wenn sie geblendet werden, verlieren die Tiere oft die Orientierung und laufen erst recht los.
  • Lautes Hupen verscheucht die Tiere.
  • Wildtiere sind meistens nicht alleine unterwegs. Wenn ihr eins gesehen habt, müsst Ihr damit rechnen, dass noch weitere Tiere auf die Fahrbahn springen.

Das müsst Ihr bei einem Wildunfall tun:

  • Falls Ihr einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden könnt, bremst.
  • Haltet dabei unbedingt das Lenkrad fest. Ansonsten könntet Ihr in den Gegenverkehr geraten und noch einen schlimmeren Unfall verursachen.
  • Macht unbedingt Warnblink an, steigt vorsichtig aus und stellt ein Warndreieck auf.
  • Ruft die Polizei an - die informiert dann den zuständigen Förster.
  • Fasst das Tier auf keinen Fall ohne Handschuhe an. Die Infektionsgefahr ist zu hoch.

Und wenn das Tier noch lebt? "Dann besser Abstand halten", rät Markus Stifter vom Jagdverband. "Verletzte Tiere können aggressiv werden." Ruft auch die Polizei, wenn Ihr nicht sicher seid, ob Ihr ein Tier erwischt habt. Denn verletzte Tiere laufen oft noch weiter in den Wald hinein und sterben dann qualvoll. "Für uns als Förster ist es dann total hilfreich, wenn Autofahrer die Stelle markieren und zum Beispiel ein Taschentuch an einen Ast binden", sagt Markus Stifter. "Dann wissen wir, wo wir mit der Suche anfangen können."

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 24.10.2018, 05:00 Uhr

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