Joggen im Winter
Bei Kälte ist Joggen noch effektiver. Bild © Model Foto: Colourbox.de

Minustemperaturen sind kein Grund, das Sportprogramm ins Warme zu verlegen, ganz im Gegenteil! Professor Ingo Froböse erklärt, wie wir unser Immunsystem und unseren Köper besonders gut trainieren.

Zur kalten Jahreszeit kostet es auch hart gesottene Sportler Überwindung, vor die Tür zu treten. Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln empfiehlt trotzdem: "Raus an die frische Luft!" Dafür gibt zwei sehr gute Gründe, wie er uns im hr3 Interview erklärt: "Die frische Luft stärkt und kräftigt den Stoffwechsel und das Immunsystem."

Haltet Ihr Euch nur in wohl temperierten Räumen auf, wird das Immunsystem nämlich gar nicht richtig trainiert. Dazu braucht es sogenannte thermische Reize – wie zum Beispiel Wind, Kälte und Regen. Wer draußen Sport macht, ist deshalb auch besser geschützt vor Erkältungen. Draußen steht außerdem viel mehr Sauerstoff zur Verfügung: Das kurbelt den Stoffwechsel an und erhöht den Energieumsatz.

Welche Sportarten sind besonders geeignet?

Als Alternative zum Joggen bieten sich für Untrainierte vor allem Walking und Nordic Walking an. "Intensives Spazierengehen mit etwas mehr Tempo ist genau das richtige. Beim Nordic Walking kräftigt man durch die Stöcke sogar noch den Oberkörper", so Professor Froböse.

Joggen im Winter
Richtig angezogen könnt Ihr auch im Schnee joggen. Bild © Model Foto: Colourbox.de

Er empfiehlt außerdem Inlinerskaten und Trimmdichpfade: "Gerade im Winter ist es doch auch mal schön, wenn ich nicht nur an das Ausdauertraining denke, sondern die Muskulatur kräftige", findet der Sportwissenschaftler. Mehr Muskelmasse hat noch einen netten Nebeneffekt: Sie wirkt für den Körper wie eine Heizung. "Die Muskelmasse hilft, den Körper aufzuwärmen. Wir erleben es beim Zittern: Muskulatur produziert eben Wärme."

Verbrennen wir im Winter mehr Kalorien?

Wenn es kalt ist, verbrennt der Körper beim Sport automatisch mehr Energie, um die Körpertemperatur zu halten. Der Vorteil: Ihr könnt langsamer joggen als im Sommer und habt nach einer Stunde trotzdem rund 500 Kilokalorien verbraucht. Der eigentliche Effekt liegt laut Professor Froböse aber woanders: "Durch das Ausdauertraining wird der Körper langfristig in eine Situation versetzt, mehr Energie zu verbrennen, weil man mehr PS bekommen hat – auch wenn ich auf der Couch liege."

Worauf sollte ich beim Outdoor-Training besonders achten?

  • Bei empfindlichen Atemwegen oder sogar Atemwegserkrankungen solltet Ihr auf Outdoor-Fitness verzichten.
  • Ab Temperaturen von -10 Grad werden die Bronchien überstrapaziert – dann lieber rein zum Sport!
  • Vor dem Sport gut aufwärmen – zum Beispiel durch 10 Minuten langsames Joggen. Danach macht Ihr mit leichten, aber dynamischen Dehnübungen das Bindegewebe geschmeidig und erhöht den Stoffwechsel.

Welche Klamotten brauche ich?

  • Schon ab 6 Grad und weniger solltet Ihr Euch besonders anziehen: Mütze auf und vielleicht einen Schal als Atemschutz vor die Nase ziehen.
  • Nicht zu warm einpacken! Wenn Ihr in Eurem Sportoutfit zunächst leicht fröstelt, ist das die optimale Ausgangssituation.
  • In der Regel reichen zwei Schichten: Ein Funktionsshirt hält die Haut trocken; ein atmungsaktives Flies wärmt zusätzlich.
  • Bei Wind und Regen darf es auch eine dritte Schicht sein – etwa eine Isolations- oder Regenjacke.

Wie schaut es mit Getränken aus?

  • Unter einer Stunde benötigt man in der Regel kein Getränk – außer es ist wirklich sehr, sehr kalt.
  • Wenn Ihr doch länger unterwegs seid, ist ein Kräutertee in einer Iso-Flasche die perfekte Wahl.
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Sendung: hr3, "hr3 am Vorabend", 22.01.2019, 17:30 Uhr

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