YOU FM Nachrichtenredakteurin Miriam

Eine Stammzellspende ist nicht ohne: hr-Nachrichtenredakteurin Miriam hat vor einigen Jahren Stammzellen gespendet und ganz schön unter den Nebenwirkungen gelitten. Trotzdem war das Erlebnis "ein ganz besonderes Geschenk", erzählt sie im Interview.

Stammzellen zu spenden kann eine ziemliche emotionale Angelegenheit werden. Diese Erfahrung hat auch hr-Nachrichtenredakteurin Miriam gemacht. Einige Jahre, nachdem sie sich registrieren lassen hat, bekommt sie den Anruf, dass sie ein geeigneter Spender wäre.

Ihr wird erneut Blut abgenommen und untersucht, ob die Merkmale mit dem möglichen Empfänger übereinstimmen. Miriam kommt tatsächlich als Spenderin in Frage. Kurz danach wird sie zur Voruntersuchung gebeten.

Untersuchungen von Kopf bis Fuß

Einen ganzen Tag lang wird sie auf den Kopf gestellt. Erneut wird Blut abgenommen, Ultraschall und EKG werden gemacht und es gibt weitere Aufklärungsgespräche. Erst nachdem klar ist, dass Miriam wirklich topfit ist, gibt es grünes Licht für die Spende.

Zitat
„Ich wusste, da bekommt irgendwo auf der Welt jetzt ein Mensch eine richtig heftige Chemotherapie. Nur damit meine Stammzellen nicht von seinem Körper abgestoßen werden. Und ich wusste auch, wenn ich jetzt abbreche, dann wird dieser Mensch sterben.“
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Ein paar Tage vor der Spende muss sich Miriam Medikamente spritzen lassen. Diese gaukeln dem Körper vor, er sei erkrankt. Nur so werden nämlich die begehrten Stammzellen ins Blut transportiert, von wo aus sie dann später entnommen werden können.

Durch die Medikamente fühlt Miriam sich von Tag zu Tag kränker. Sie bekommt erst Rückenschmerzen und dann Kopf- und Gliederschmerzen und es geht ihr gar nicht gut. "Ich habe mich gefühlt wie ein Weichei", erklärt Miriam weiter.

Aufgeben ist keine Option

Miriam beißt die Zähne zusammen. Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Dass die Behandlung für sie so anstrengend ist, ist aber auch ein bisschen Pech.

Miriam ist selbst eher zierlich und für ihre Empfängerin werden recht viele Stammzellen benötigt. Ein Mann, der gleichzeitig mit ihr Stammzellen entnommen bekommt, hüpft einfach fröhlich wieder von der Liege. Sein Empfänger, ein kleines Kind, benötigte nur verhältnismäßig wenige Stammzellen.

Patientin geheilt – Spenderin glücklich

Nach der Spende erfährt Miriam, dass sie für eine Frau, Mitte 40, aus den USA gespendet hat und dass die Transplantation soweit gut gelaufen ist.

Zwei Jahre später bekommt Miriam wieder einen Anruf. Die Frau hat überlebt. "Da hab ich dann doch ein paar Tränchen verdrückt" erzählt Miriam weiter. "Das ist ein ganz besonderes Geschenk und ich wünschte, noch mehr Menschen würden sich registrieren lassen."

Richtigstellung

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Miriam habe Knochenmark gespendet. Das ist falsch. Sie hat Stammzellen gespendet. Auch in Miriams Zitat hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Wir haben beide Aussagen nun korrigiert.

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Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 11.02.2019, 05:00 Uhr

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