Klimademo

Die "Fridays For Future"-Bewegung rief am 20. September zu einem globalen Klimastreik auf. Auch Unternehmen machten dieses Mal mit. Wir haben fünf steile Thesen rund um den Klimaschutz für Euch geprüft.

In New York City fand am 20. September der Klimagipfel der Vereinten Nationen statt und in Berlin tagte das sogenannte Klimakabinett. Es sollten konkrete Gesetzesvorhaben beschlossen werden, zum Beispiel steht die CO2-Steuer auf der Agenda.

Streik ist nicht gleich Streik

Neben Schülern demonstrierten an diesem Tag auch Mitarbeiter von Unternehmen auf der Straße für eine bessere Klimapolitik. Manche Unternehmen gaben ihren Mitarbeitern für die Teilnahme an den Demos frei, einige schlossen das Geschäft sogar für den ganzen Tag, um damit ein Zeichen zu setzen.

Sind diese fünf Klima-Thesen wirklich wahr?

Aber wie genau sieht es mit Klimaschutz eigentlich aus? Sind E-Autos wirklich klimafreundlicher als andere Autos? Bringt es wirklich etwas, weniger Fleisch zu essen?

Unsere Kollegen Sophie von der Tann und Alex Krämer aus dem Hauptstadtstudio in Berlin haben fünf Thesen zum Thema Klimaschutz auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

"Inlandsflüge zu streichen bringt dem Klimaschutz fast nichts"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Inlandsflüge zu streichen bringt dem Klimaschutz fast nichts

Ein Flugzeug hinterlässt einen Kondensstreifen am Horizont.
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Inlandsflüge sind für nur 0,3 Prozent des gesamten C02-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Trotzdem könnte jeder seinen CO2-Ausstoß pro Kopf verbessern, wenn er innerhalb Deutschlands nicht mehr fliegen würde. Auf der Strecke von München nach Berlin wird bei einem Flug sechsmal mehr CO2 ausgestoßen als mit der Bahn.

Die richtigen Klimakiller sind Langstreckenflüge: Auf einem Flug von Frankfurt nach New York City und zurück werden insgesamt vier Tonnen CO2 ausgestoßen. Zum Vergleich: Ein deutscher Staatsbürger stößt im Jahr elf Tonnen CO2 aus.

"Deutschland allein kann das Weltklima doch eh nicht retten"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Deutschland allein kann das Weltklima doch eh nicht retten

Treibhausgas CO2
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Deutschland ist für zwei Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Es ist das wichtigste Land in der Europäischen Union (EU) und hat im EU-Parlament viel Einflusss.

Alle EU-Länder zusammen pusten neun Prozent der globalen Treibhausgase in die Luft. Der CO2-Ausstoß pro Kopf ist bei uns doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt und deutlich höher als in China.

"E-Autos sind genauso klimaschädlich wie Benziner oder Diesel"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found E-Autos sind genauso klimaschädlich wie Benziner oder Diesel

E-Auto
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Ein neues E-Auto ist klimaschädlicher als andere Autos. Das liegt vor allem an der Batterie und ihrer Herstellung. Die Batterien werden immer größer, damit die Autos längere Strecken schaffen.

Aber je mehr Kilometer das E-Auto fährt, desto klimafreundlicher wird es. Nach 80.000 Kilometer hat ein E-Golf eine bessere CO2-Bilanz als ein Diesel-Golf. Im Vergleich zu einem Benziner hat das E-Auto noch schneller die Nase vorn.

"Um das Klima zu retten, sollten wir alle weniger Fleisch essen"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Um das Klima zu retten, sollten wir alle weniger Fleisch essen

Grilltyp: Fleischfetischist
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Fleisch belastet das Klima mehr als viele andere Lebensmittel, daher hilft es dem Klima, weniger Fleisch zu essen, aber retten lässt es sich dadurch nicht. Wenn Ihr statt einem Kilogramm nur noch 700 bis 800 Gramm Fleisch wöchentlich esst, spart Ihr laut dem Bundesamt für Umwelt im Jahr 100 Kilogramm Kohlendioxid.

Wenn Ihr komplett auf Fleisch verzichtet, spart Ihr sogar eine halbe Tonne CO2 pro Jahr. Wenn alle den Fleischkonsum reduzieren würden, könnten wir acht Millionen Tonnen CO2 sparen.

"Deutschland ist doch schon Vorreiter beim Klimaschutz"

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Windräder
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Unsere Klimaziele für 2020 werden wir nicht erreichen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien läuft nicht wie geplant. Wind-, Sonne- und Biostrom decken nur etwa 40 Prozent des öffentlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 18.09.2019, 08:40 Uhr

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