Rehkitz steht im Gras
Bild © picture-alliance/dpa

Jetzt, wo es langsam wärmer wird, sind die ersten Tierkinder in Wäldern und auf Feldern unterwegs – und gleichzeitig in Gefahr: durch nicht angeleinte Hunde. Wie reagiere ich am besten, wenn ich ein verletztes Wildtier finde?

Das Problem

Jetzt im Frühjahr kommen die ersten Tierkinder zur Welt: etwa Feldhasen, der Nachwuchs von Rehen und Vögel, die auf dem Boden brüten. Klingt romantisch, kann aber für die jungen Tiere eine echte Gefahr bedeuten. Der Instinkt sagt einem Rehkitz, dass es sich bei Gefahr im Gras versteckt und auf den Boden drückt. Wenn dann ein freilaufender Hund in die Wiese reinläuft und das Kitz findet, kann es nicht flüchten und wird für den Hund ganz leichte Beute.

Was tun, wenn ich ein verletztes Tier finde?

Der beste Rat: gleich die Polizei rufen. Die verständigt einen Wildhüter, einen Tierarzt bzw. den tierärztlichen Notdienst und sagt Euch, was akut zu tun ist!

Die rechtliche Lage

Um die Wildtiere zu schützen, gilt in vielen hessischen Kommunen in den nächsten Monaten (von März bis Juli) Leinenzwang. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es aber während dieser Zeit keine generelle Anleinpflicht. Ob und wie lange die besteht, regelt jede Kommune individuell. In Groß-Umstadt (Darmstadt-Dieburg) gilt beispielsweise in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni eine strikte Anleinpflicht für Hunde. Aber auch wenn in vielen Kommunen offiziell keine Leinenpflicht besteht: Das hessische Jagdgesetz verbietet es, seinen Hund unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Ohne Leine muss der Besitzer jederzeit in der Lage sein, seinen Hund zu sich zu rufen.

Die Strafen

Die Bußgelder, die fällig sind, wenn man seinen Hund trotz Leinenzwang frei herumlaufen lässt, werden von den Kommunen festgelegt. Wird man in Bad Vilbel mit freilaufendem Hund erwischt, kostet das 50 Euro - ebenso wie zum Beispiel in Rodgau. Das Gesetz lässt Strafen bis zu 25.000 Euro (!) zu.
Im Extremfall sind Jäger oder Förster auch berechtigt, einen wildernden Hund zu erschießen. Das ist ein sensibles Thema. Immer wieder werden Hunde abgeschossen, die gewildert haben sollen.

Das Ziel: Rücksichtnahme

Abgesehen von hohen Geldstrafen und anderen Maßnahmen: Hundebesitzer sollten Verständnis für die Situation und die gesetzlichen Vorschriften zeigen und ihren Hund anleinen. Mit etwas Rücksicht kommen die Jungtiere gut durch ihre Brut- und Setzzeit.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 10.04.2018, 12 Uhr

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