Frau liegt wach im Bett und schaut auf Wecker
Eigentlich sollte man um diese Uhrzeit schlafen - manchmal geht es aber einfach nicht Bild © Model Foto: Colourbox.de

Wer kennt es nicht: Man liegt im Bett, will schlafen – und kann nicht. Statt süße Träume zu haben, starrt man in die Dunkelheit und wartet, dass einen irgendwann die Müdigkeit überkommt, während sich im Kopf munter das Gedankenkarussell dreht. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, verrät uns Schlafforscher Werner Cassel.

Nachts, wenn man eigentlich schlafen sollte, gehen einem die furchtbarsten Gedanken durch den Kopf. Es gibt so einige Leute, die sich - wenn sie eh schon nicht schlafen können - die Zeit mit Googlen vertreiben. Eine aktuelle Studie hat jetzt heraus gefunden, was genau zu später Stunde in die Suchmaschine eingegeben wird. Zu den heißesten Anfragen gehören: Außerirdische, Sex und der Sinn des Lebens. Wir haben Schlafforscher Werner Cassel gefragt, warum wir uns solche schrecklichen Gedanken machen und was wir tun können, um diese zukünftig vielleicht zu vermeiden.

Warum haben wir nachts vor allem negative Gedanken?

"Dass wir diese Gedanken haben ist wahrscheinlich ganz normal. Kein Mensch schläft durch, im Mittel werden wir in der Nacht ca. 25 Mal wach. Normalerweise ist das immer nur ganz kurz, wir schlafen dann wieder ein und können uns nicht daran erinnern. Es ist so, dass der Mensch genetisch darauf programmiert ist, sich beim Wachwerden zu orientieren, ob vielleicht eine potentielle Gefahr droht. Vor 30.000 Jahren konnten Säbelzahntiger um die Ecke lauern und man musste seine Familie schützen, damit diese nicht Opfer von Raubtieren wird. Man lauschte dann aufmerksam und macht sich Gedanken - negative Gedanken! Wir sind also Nachkommen dieser Bedenkenträger und können demnach nichts dafür, dass uns nachts solche schlimmen Dinge in den Sinn kommen."

Ist es dann sinnvoll im Netz nach allem zu suchen?

"Nein, das ist es sicherlich nicht. Man neigt nachts dazu, sich in Thematiken reinzusteigern. Man stört durch das Googlen massivst die innere Uhr und dazu beruhigt man sich nicht mal, weil man sich eher beunruhigt. Besser ist es daher, ein kleines Tagebuch ans Bett zu legen, in das man rein schreiben kann, was einen beschäftigt. Da kann man dann zum Beispiel Dinge wie "Morgen will ich mal googlen, was mein Hautausschlag bedeutet" festhalten und für den Moment erstmal weiter schlafen."

Können die negativen zu positiven Gedanken werden?

"Ja, sicherlich, das gelingt allerdings nicht automatisch. Man darf vor allem nicht den Fehler machen damit zu hadern, dass man auch mal an etwas Schlechtes denkt. Das ist ganz normal, wir sind darauf geprägt, das zu tun. Darüber ärgern macht es nicht besser, sondern nur schlimmer. Deshalb lieber alles aufschreiben und bewusst auf eine angenehme Gedankenreise begeben. Man sollte also zu sich sagen: "So, ich habe jetzt geklärt, dass hier kein Löwe ist, es kann also nichts passieren. Jetzt denke ich über meinen schönsten Tag im letzten Urlaub nach". Das ist eine gute Idee, um aus den schlechten Gedanken raus zu kommen."

Sollte man seinen Partner wecken, um zu reden?

"Das kommt ganz auf die Partnerschaft an! Ich würde in erster Linie nicht unbedingt dazu raten, aber es ist auch nicht verboten. Das kommt ganz auf den Partner an. Wenn man allerdings so weit ist, dass man sich in eine Panik reingesteigert hat, dann ist teilen oder drüber reden hilfreich."

Was kann ich generell tun, um gut einzuschlafen?

Wer sich zu viele Gedanken ums Einschlafen macht, schlummert selten gut. Besser als der feste Vorsatz gleich einzuschlafen, ist es sich locker zu machen. Nehmt das Bett einfach als gemütlichen Ort, wo Ihr Euch eine Runde entspannen wollt. Denn erst wer entspannt, schläft auch gut ein.

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