Tobias Kämmerer

Tobi ist aus dem Urlaub zurück – und möchte nach dem ganzen leckeren Essen in Österreich ein paar Kilo abnehmen. Seine Geheimwaffe: das Intervallfasten.

In der Redaktion wurden schon Wetten abgeschlossen: Ist Tobi mal wieder auf Diät, wenn er aus seinem Sommerurlaub zurückkommt? Die Antwort kennt Ihr bestimmt auch – das österreichische Essen schmeckt ihm einfach zu gut...

Deswegen greift er wieder zu seiner Geheimwaffe: dem Intervallfasten nach der 16:8-Methode.

5:2, 16:8 oder 1:1

Es gibt drei Arten von Intervall-Fasten: die 5:2-Methode, die 16:8-Methode und die 1:1-Methode.

Bei der 5:2-Methode darf man an fünf Tagen in der Woche essen, wie man es gewohnt ist. An zwei Tagen wird gefastet: Für Frauen gibt es dann maximal 500 Kalorien, für Männer 600. Kohlenhydrate sind tabu, dafür sollte man viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Für die zwei Fastentage am besten Tage wählen, an denen sich der Stress in Grenzen hält – zum Beispiel das Wochenende.

Bei der 1:1-Methode wird einen Tag normal gegessen, am anderen Tag gefastet.

Bei der 16:8-Methode isst man jeden Tag, aber nur in einem Zeitraum von acht Stunden. Die übrigen 16 Stunden fastet man. Ihr könnt die Fastenzeit dabei zum Beispiel auf die Nacht (die Zeit, in der Ihr schlaft, zählt mit!) legen und am nächsten Morgen auf das Frühstück verzichten. Kaffee ist zum Glück trotzdem erlaubt!

Warum ist das so effektiv?

"Nach 12 Stunden ohne Essen steigt der Körper in ein Fastenprogramm ein, das er aus der Evolution gewohnt ist", erklärt Ernährungsmedizinerin Petra Bracht im hr3 Interview. Durch die Evolution kennt der Körper Hungersnöte. In diesen Zeiten musste er sich etwas überlegen, um zu überleben.

Seine Lösung: eine Art Recyclingprogramm. Petra Bracht weiß: "Alte Sachen, die uns nicht gut tun und sich in den Zellen ablagern, holt er raus, er entmüllt die Zellen quasi, und wechselt sie um in neue, frische Substanzen für unseren Körper."

Besonders effektiv: Training während der Fastenkur

Eiweiße, die abgebaut sind, nimmt er beispielsweise und "hexelt" sie in kleine Aminosäuren. Die sind wichtig für den Muskelaufbau. Wenn wir uns in dieser Zeit bewegen, können wir laut der Ernährungsmedizinerin deshalb besonders gut Fett verbrennen und einen definierten Körper bekommen.

Ernährung Sport

Ein Trainingsprogramm während der Fastenkur ist also richtig sinnvoll. "Und das beste ist: Du musst nicht hungern", freut sich Petra Bracht. Im Gegenteil: In den acht Stunden dürft Ihr Euch richtig satt essen.

Kein Jojo-Effekt

Der große Vorteil am Intervall-Fasten ist: der gefürchtete Jojo-Effekt bleibt aus. Bei einer normalen Diät wird dem Körper konsequent weniger Energie zugeführt, weswegen er irgendwann in den Spar-Modus geht und einfach weniger Kalorien verbrennt.

Ist die Diät vorbei, bleibt der Körper in diesem Spar-Modus. Er bekommt aber wieder deutlich mehr Energie zugeführt, die er nicht abbauen kann und füllt gleichzeitig seine "Lager" wieder auf, die er während der Diät aufgebraucht hat – man nimmt also sehr schnell wieder zu.

Beim Intervall-Fasten hingegen bekommt der Körper zwar über den Tag ebenfalls weniger Energie, merkt es aber nicht so, weil in den Stunden, in denen man essen darf, die gewohnten Energie-Mengen da sind. Er hat also nicht das Gefühl, für schlechte Zeiten Energie sparen zu müssen.

Auf Dauer helfen nur Gewohnheitsänderungen

Aber Achtung: Das Intervall-Fasten ist mehr eine dauerhafte Ernährungsumstellung als eine Diät, sagt Ernährungsmedizinerin Petra Bracht: "Meines Erachtens ist das die beste Art und Weise, sich ein Leben lang gesund zu ernähren."

Das Stichwort lautet hier allerdings: gesund ernähren. Also zum Frühstück vielleicht nicht die Puddingbrezel vom Bäcker wählen, sondern ein gesundes Müsli. Zum Mittagessen lieber zum Salat mit Hähnchenbrust greifen anstatt zum Schnitzels mit Pommes. Und ein Espresso schmeckt zum Nachtisch genauso gut wie ein Sahnepudding.

Worauf Ihr beim Intervallfasten achten solltet

Laut Petra Bracht kann jeder fasten – und jederzeit. Wer fasten möchte, sollte aber zur Sicherheit vorher mit seinem Arzt sprechen. Schwangere zum Beispiel sollten es lieber lassen, ebenso Menschen mit zu niedrigem Blutdruck oder anderen Krankheiten.

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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 13.08.2019, 05:00 Uhr

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