Glastür mit der Aufschrift "Notaufnahme"
Die Notaufnahmen in Deutschland sind überlastet. Bild © picture-alliance/dpa

Immer mehr Patienten gehen bei Beschwerden in die Notaufnahme, obwohl sie gar keine Notfälle sind. Wann Ihr dort richtig seid und wo Ihr stattdessen Hilfe findet, erfahrt Ihr hier.

Weil sich in Notaufnahmen immer häufiger Patienten einfinden, die eigentlich gar keine Notfälle sind, ist jetzt eine Art "Gebühr" für die Notaufnahme in der Diskussion. Damit soll eine Hürde geschaffen werden, damit Patienten sich überlegen: "Bin ich wirklich ein Notfall oder wäre der Hausarzt nicht die bessere Anlaufstelle für mich?" Denn: Viele Patienten, vor allen Dingen Jugendliche, gehen nicht nach Feierabend oder am Wochenende in die Notaufnahme, sondern durchaus zu Zeiten, in denen auch der Hausarzt sie behandeln könnte. Teils weil sie es bequemer finden, teils weil sie sich dort besser behandelt fühlen. Aber: Wann ist man denn überhaupt ein Notfall? Und wo bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche?

Wenn es nicht lebensbedrohlich ist: Zum Hausarzt

Grundsätzlich sollte der Hausarzt die erste Anlaufstelle sein: Wer sich unwohl fühlt, sich aber nicht unbedingt in einer lebensbedrohlichen Situation befindet, sollte zum Hausarzt gehen. Ist der Hausarzt nicht erreichbar (zum Beispiel am Wochenende), hilft einem der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 weiter. Je nach Art der Erkrankung bekommt man hier gesagt, wo man einen Arzt findet, der einem weiterhelfen kann oder es wird veranlasst, dass ein Arzt einen zu Hause besucht. Wer sich unsicher ist, ob man die 116 117 oder doch gleich die 112 anrufen sollte: Im Zweifel erst die 116 117 anrufen. Sollte man dort der Meinung sein, dass es etwas ernstes ist, wird man Euch von dort entsprechend weiter verweisen.

Im Notfall: Die 112

Diese Nummer kennen wir alle: Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstseinsverlust oder Bewusstseinstrübung, akuter Atemnot, akuten neu aufgetretenen Brustschmerzen, akuten Lähmungen oder schweren Verletzungen sollte man die 112 anrufen.

Und die Notaufnahme?

Im Grunde gelten für die Notaufnahme die selben Kriterien wie für die 112. Man sollte selbst einschätzen, ob man den Weg ins Krankenhaus selber antreten kann, also direkt in die Notaufnahme fahren kann, oder ob man direkt vor Ort Hilfe und eventuell einen Krankentransport benötigt. Wie schnell man dann am Ende in der Notaufnahme behandelt wird, hängt übrigens von verschiedenen Faktoren ab. Jeder Patient wird auf Basis seiner Beschwerden bewertet und so kann es vorkommen, dass ein Patient mit einer fetten Erkältung den ganzen Tag im Wartebereich verbringt, während ein Patient mit Verdacht auf Herzinfarkt schon nach wenigen Minuten behandelt wird.

Sendung: hr3, "hr3 am Nachmittag", 16.07.2018, 15 Uhr

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