Weihnachtsbäume

Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume werden hierzulande jedes Jahr verkauft. 90 Prozent davon kommen aus Deutschland. Allerdings stammen diese Bäume nicht aus heimischen Wäldern, sondern eigens angelegten Weihnachtsbaum-Plantagen – und da werden gerne mal Insektizide gespritzt. Umweltfreundlichere Alternativen findet Ihr hier.

Heimische Bäume kaufen

Wer Wert auf giftfreie Bäume legt, achtet beim Kauf auf ein entsprechendes Bio-Siegel: zum Beispiel von Naturland, Bioland, Demester oder Forest Stewardship Council (FSC). Einen Überblick über lokale Anbieter gibt die Waldschutzorganisation Robin Wood. Siegel wie Fair Trees zeigen, dass das Saatgut für die Weihnachtsbäume unter fairen Bedingungen gewonnen wurde.

In Hessen gibt es aktuell 85 Verkaufsstellen für Bio-Weihnachtsbäume, darunter sogar einige Baumärkte. Zertifizierte Anbieter gibt es etwa in Kassel, Baunatal, Schwalmtal, Wetzlar, Rockenberg, Bad Vilbel, Bad Nauheim, Mainhausen, Hanau, Darmstadt, Linsengericht, Seligenstadt und Wiesbaden. Die Übersicht von Robin Wood zeigt, wo Ihr in Eurer Region fündig werdet.

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Die Nordmanntanne ist der beliebteste Christbaum der Deutschen. Was viele nicht wissen: Sie wächst ursprünglich gar nicht bei uns, sondern kommt aus Ländern wie Dänemark, Ungarn, Österreich, Polen oder Tschechien zu uns – entsprechend groß ist der ökologische Fußabdruck.

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Der NABU empfiehlt außerdem Bäume, die an sogenannten forstlichen Sonderstandorten wie Hochspannungstrassen wachsen und ohnehin gefällt werden müssten. Darunter fallen in der Regel heimische Fichten, Kiefern und Weißtannen, die unbehandelt sind und keine langen Transportwege hinter sich haben. Sie sind über das örtliche Forstamt erhältlich und können teilweise sogar selbst gefällt werden.

Weihnachtsbaum im Topf

Ihr wollt Euren Baum nach Weihnachten nicht einfach bei "Knut" loswerden, sondern im Garten einpflanzen? Dann greift zu Bäumen mit Wurzelballen. Wer keinen eigenen Garten hat, kann bei lokalen Baumschulen, Förstereien und Gärtnereien mittlerweile auch einen Weihnachtsbaum leihen.

Nach Weihnachten gibt man seinen Baum dann einfach wieder beim "Vermieter" ab, wo er eingepflanzt wird und weiterwachsen kann. Auch hier gilt: Auf das Siegel achten, um sicherzustellen, dass der Tannenbaum keinen Pestiziden ausgesetzt war.

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Bei den "Weihnachtsbaumfreunden" in Mainz könnt Ihr "lebende" Bäume mit Wurzelballen kaufen oder mieten. Sie stammen aus deutschen Baumschulen. Ihr könnt sie nach Weihnachten an den Verkaufsstellen wieder abgeben oder Anfang Januar in Wiesbaden und Frankfurt einsammeln lassen. Andere Vermieter sind beispielsweise Paderbäumchen und Rent-a-plant.

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Bei Topf-Weihnachtsbäumen müsst Ihr allerdings auf ein paar Dinge achten: Euer Bäumchen sollte sich zunächst im Keller oder der Garage an die neuen Temperaturverhältnisse gewöhnen können. Sorgt dafür, dass er hell steht und auch dort gewässert wird, zum Beispiel, indem Ihr ihn in eine Schale mit Wasser stellt. Er sollte außerdem nicht zu lange im Warmen stehen, damit er nicht frisch austreibt, und nach den Feiertagen erstmal einige Zeit vor Frost geschützt werden.

Lohnt sich doch die Plastiktanne?

Einen Plastik-Weihnachtsbaum nutzt man in der Regel mehrere Jahre – er ist quasi Mehrweg. Damit er sich in seiner Ökobilanz rechnet, muss er aber mindestens 20 Jahre wiederverwendet werden.

Die Plastikbäume werden aus Erdöl hergestellt und kommen meist aus China, sind also vermutlich nicht unter fairen Bedingungen gefertigt worden und haben weite Transportwege hinter sich. Der ökologische Fußabdruck ist also alles andere als klein.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 06.12.2019, 09:30 Uhr

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