Umweltheldin Kerstin aus Frankfurt macht Wachstücher
Kerstin aus Frankfurt ist eine hr3 Umweltheldin: Sie macht Wachstücher selbst. Bild © Alexander Kumpf (hr3)

Wer braucht schon Frischhalte- und Alufolie? Kerstin aus Frankfurt macht aus alten Stoffresten Wachstücher und spart so viel Verpackungsmaterial ein. Hier gibt's die Anleitung zum Nachbasteln:

Es gibt Mehrwegverpackungen, es gibt Getränkepfand – und trotzdem produzieren wir jeden Tag unheimlich viel Verpackungsmüll. Im Sommer letzten Jahres stellte das Umweltbundesamt dann sogar fest: In Deutschland wird deutlich mehr Verpackungsmüll produziert als in jedem anderen EU-Land.

Umweltheldin Kerstin aus Frankfurt macht Wachstücher
Kerstin und ihre 5-jährige Tochter Marit freuen sich über ihre hr3 Umwelthelden-Urkunde. Bild © Alexander Kumpf (hr3)

Allein 2016 waren es hierzulande 220,5 Kilogramm pro Kopf – und für rund die Hälfte davon waren wir Verbraucher selbst verantwortlich. Kerstin aus Frankfurt möchte da nicht mehr mitmachen. Sie setzt deshalb auf selbstgemachte, wiederverwendbare Wachstücher. Die macht sie ganz einfach selbst: aus alten Stoffresten und geschmolzenem Bienenwachs.

"Da kann man viele Lebensmittel einpacken, zum Beispiel einen aufgeschnittenen Apfel. Oder man gibt Lebensmittelreste in eine Schüssel und legt das Wachstuch darüber", erzählt Kerstin hr3 Umweltreporter Alex. Ihr Geheimtipp: Brot darin einwickeln. "Das hält dann immer noch ein bisschen länger, habe ich das Gefühl."

Kerstins Wachstücher finden wir eine wirklich tolle Idee und überreichen ihr deshalb unsere Umwelthelden-Urkunde und den Umweltbonus über 500 Euro!

So könnt Ihr selbst Wachstücher herstellen

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Ihr benötigt

  • einen Pinsel
  • einen Schmelztiegel oder ein Glas, um das Bienenwachs darin zu schmelzen
  • 4 EL Bienenwachs, z.B. in Pellet-Form oder als Platte, in kleine Stücke gebrochen
  • 1 EL Kokosöl
  • Stoffreste in der Größe eurer Wahl, vorher gewaschen
  • einige Blätter Backpapier
  • ein Bügeleisen
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  1. Das Bienenwachs zusammen mit dem Kokosöl bei ca. 65 Grad im Wasserbad schmelzen.
  2. Den Stoff auf ein Backpapier legen und mit einem Pinsel eine dünne Schicht Wachs auftragen.
  3. Ein weiteres Backpapier auf den Stoff legen und auf mittlerer Hitze darüber bügeln, bis die Wachsmischung sich gut auf dem Stoff verteilt hat. Weil das Wachs den Stoff dabei gut durchdringt, sind direkt beide Seiten des Stoffs versiegelt.
  4. Kurz abkühlen lassen, dann das Backpapier abziehen und das Wachstuch flach trocknen lassen, z.B. auf dem Backpapier oder einer Plastiktüte.
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Achtung: Kein Kerzenwachs verwenden!

In normalem Kerzenwachs sind zu viele Giftstoffe enthalten. Es eignet sich deswegen nicht für die Wachstücher. Kerzen aus 100 Prozent Bienenwachs dagegen könnt Ihr verwenden. Dazu einfach die Kerze raspeln und das Wachs im Wasserbad schmelzen.

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Das Gute an den Wachstüchern: Sie nehmen immer die Form des Behältnisses an, auf das sie gelegt werden. "Durch die Körperwärme wird der Stoff weich, sodass man ihn biegen und verschließen kann", erklärt Kerstin. Am besten macht Ihr mehrere Wachstücher in verschiedenen Größen – so seid Ihr für alle Verwenungszwecke gut gerüstet.

Mit lauwarmem Wasser lassen sich die Tücher reinigen. Sie bleiben dabei auch geruchsneutral. Nur bei sehr streng riechenden Lebensmitteln wie Knoblauch oder Zwiebeln bietet es sich an, immer das gleiche Tuch zu verwenden – den Geruch bekommt man dann doch nicht richtig raus.

Die Tücher haben eine lange Lebensdauer. Wenn sie aber doch mal bröselig werden sollten, könnt Ihr sie einfach kurz in den Backofen schieben oder wieder neues Wachs drüberbügeln.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 16.01.2019, 05:00 Uhr

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