Ein vom Sturm abgedecktes Dach
Vom Sturm abgedeckt und vom Hagel durchlöchert Bild © picture-alliance/dpa

Nach den heftigen Unwettern der letzten Tage stellt sich bestimmt der ein oder andere die Frage: Wer zahlt das denn jetzt alles? Wir klären auf, welche Versicherung bei welchem Schaden greift.

Abhängig davon, welche Dinge durch das Unwetter beschädigt wurden, greifen unterschiedliche Versicherungen. So hilft die Gebäudeversicherung, wenn zum Beispiel Fensterscheiben zerstört wurden oder Teile des Dachs vom Wind abgedeckt wurden. Bei Schäden an der Einrichtung ist die Hausratversicherung zuständig.

Schwierig wird es, wenn Eure Gartenmöbel vom Gewitter oder Sturm beschädigt wurden. Denn da greifen die klassischen Versicherung erst einmal nicht. Ausnahme: Eine Markise oder Antennen, die direkt zu Wohnung oder dem Haus gehören, sind mitversichert.

Fenster offen und der Versicherungsschutz entfällt

Habt Ihr vergessen, das Fenster zu schließen und jetzt steht Euer Wohnzimmer unter Wasser, weil es dort hinein geregnet hat? In diesem Fall springt die Versicherung nicht ein.

Bei Blitzeinschlägen dagegen ist klar: Den Schaden übernimmt die Versicherung. Ob aber zum Beispiel der Fernseher oder andere elektrische Geräte, die vom Blitz zerstört wurden, abgedeckt sind, ist abhängig von den jeweiligen Vertragsbedingungen. Ihr solltet diesen Punkt in Euren Versicherungsunterlagen unter dem Stichwort "Überspannungsschäden" finden.

Elementarversicherung bei Starkregen

Wenn Euer Keller durch Starkregen voll gelaufen ist, helfen Hausrat- oder Gebäudeversicherung nicht mehr weiter. Denn diese Versicherungen greifen nur bei Schäden durch Leitungswasser. Grundwasser- oder Hochwasserschäden fallen unter die Elementarschadenversicherung. Sie wird zusätzlich zur Gebäudeversicherung angeboten.

Frank Strom von der Firma FinanzAktiv in Bad Nauheim erklärt: "Elementarschäden mitzuversichern kostet im Schnitt noch einmal ein Viertel der Versicherungssumme zusätzlich. Kostet meine Wohngebäudeversicherung 400 Euro, dann kommen also noch einmal 100 Euro dazu." Die Selbstbeteiligung liegt hier meistens bei mindestens 500 Euro oder 10 Prozent des Schadens. Oft ist sie aber auf 5.000 Euro gedeckelt.

Übrigens: Wer einmal durch Hochwasser Schäden zu beklagen hatte und bis dahin keine Elementarversicherung hatte, bekommt diese unter Umständen nur zu sehr teuren Konditionen oder kann sogar zurückgewiesen werden. Hier lohnt sich ein Nachverhandeln mit der Versicherung.

Dachpfannen auf Auto

Bei Hagelschäden am Auto greift die Teilkasko-Versicherung. Hat der Sturm Dachziegel auf ein parkendes Auto geschleudert, muss dafür die Teilkasko des Autohalters aufkommen. Allerdings ist in den meisten Fällen nicht der Neupreis des Fahrzeugs versichert, sondern der sogenannte Zeitwert - der Wert, den das Auto zum Zeitpunkt des Schadens noch besitzt. Man zahlt im Schadensfall die vereinbarte Selbstbeteiligung, wird aber nicht hochgestuft. 

Was tun im Schadensfall?

Meldet Eurer Versicherung den Schaden so schnell es geht - spätestens innerhalb einer Woche. Dabei solltet Ihr natürlich nur wahrheitsgetreue Angaben machen. Dokumentiert die Schäden am besten bevor Ihr aufräumt mit Fotos und macht eine Liste der Dinge, die zerstört oder beschädigt wurden. Wenn Ihr zur Miete wohnt, sagt Eurem Vermieter schnellstmöglich Bescheid. Die Unwetterschäden sind in der Regel Sache des Vermieters und seiner Versicherung.

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Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 30.05.2018, 14:45 Uhr

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