ARD Themenwoche: Polizeiruf 110 "Für Janina"
Die Kommissare König (Mitte) und Bukow (rechts) ermitteln in einem 30 Jahre alten Mord. War der freigesprochene Guido Wachs (links) doch der Täter? Bild © picture alliance/Christine Schroeder/NDR/dpa

Im Polizeiruf 110 hatten es die Ermittler mit einem alten Fall zu tun: Der Täter, der vor Jahren frei gesprochen worden ist, war es doch. Aber: Die Polizei kann ihm nichts mehr anhaben, weil er dafür schon einmal verurteilt wurde. hr3 Gerichtsreporterin Heike Borufka erkärt, wieso das so ist.

Darum geht's

Nachdem eindeutige Beweise aufgetaucht sind, rollen Kommissar Bukow und seine Kollegin König einen 30 Jahre alten Mord an einer jungen Frau neu auf. Der Täter wurde damals freigesprochen, nach einem erneuten DNA-Test steht aber fest: Guido Wachs, der damals nicht verurteilt wurde, ist tatsächlich der Mörder des jungen Mädchens. Doch wer einmal angeklagt und freigesprochen wurde, darf nicht ohne weiteres wieder für die gleiche Tat vor Gericht kommen. Bukow und König versuchen, den Zusammenhang zwischen weiteren Morden und Guido Wachs herzustellen, um den Täter doch noch hinter Gitter zu bringen.

Warum ist das so?

hr3 Gerichtsreporterin Heike Borufka erklärt: "Man möchte natürlich einen Mörder hinter Gittern sehen. Aber in der Tat sagt unser Rechtssystem: Wer einmal wegen einer Sache vor Gericht gestanden hat, der muss nicht wieder vor Gericht stehen – auch wenn es neue Beweise dafür gibt." Im Juristen-Jargon nennt man sowas "Strafklageverbrauch".

Ist das nicht ungerecht?

Bei einem Mord oder anderen schweren Straftaten wäre es natürlich gerecht, wenn ein Täter mehrfach vor Gericht gestellt werden kann. Und tatsächlich denkt auch der Gesetzgeber darüber nach, diesen Paragrafen zu ändern. "Es kann aber nicht sein, dass ein Staat einen Menschen immer und immer weiter verfolgt und ständig vor Gericht zerrt, bis er dann am Ende tatsächlich verurteilt worden ist", so die hr3 Gerichtsreporterin. "Man muss sich mal Folgendes vorstellen: Ich gerate an einen verfolgungswütigen Ermittler, der mir unbedingt etwas nachweisen will. Jeder Beweis, jeder Hinweis reicht aus, um mich vor Gericht zu zerren. Das würde unser komplettes System und den Rechtsstaat in Unruhe bringen."

Sie schränkt aber ein: "So einen Fall wie gestern im Polizeiruf – also dass man einen Mörder hat, der nicht mehr verurteilt werden darf – das ist die absolute Ausnahme."

Weitere Informationen

Den Polizeiruf aus Rostock könnt Ihr Euch in der Mediathek noch einmal anschauen.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 12.11.2108, 10:15 Uhr

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