Eine Mutter sucht mit Hilfe eines Läusekammes die Haare ihres Sohnes nach Kopfläusen ab.
Eine Mutter sucht mit Hilfe eines Läusekammes die Haare ihres Sohnes nach Kopfläusen ab. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

"Wir haben Läuse! Bitte checken Sie Ihre Kinder!" - diese Mitteilung ist der Albtraum aller Eltern. Stiftung Warentest verrät uns, zu welchem Mittel man greifen sollte, wenn es doch soweit ist.

Insgesamt waren 12 Produkte gegen Läuse im Test. Davon wurden sechs Mittel positiv bewertet: drei Mittel mit dem Wirkstoff "Dimeticon", zwei Mittel mit Insektengiften und ein Mittel mit Mineralöl. Die Mittel mit Dimeticon schnitten am besten ab. Preislich lagen alle Produkte zwischen 9 und 26 Euro.

Einige Mittel werden von der Krankenkasse bezahlt

Bei Dimeticon handelt es sich um ein synthetisches Öl, das Läuse erstickt, indem es ihre Atemwege verklebt. Klingt grausam, aber anders wird man die kleinen Plagegeister nicht los. Die drei empfohlenen Dimeticon-Produkte heißen "Dimet 20" für 21,99 Euro, "EtoPril" für 14,95 Euro und "Jacutin Pedicul Fluid" für 14,95 Euro. "Dimet 20" und "EtoPril" kann man sich bis zum Alter von 12 Jahren auf vom Arzt verschreiben und von der Krankenkasse bezahlen lassen. Das ist für Eltern nicht uninteressant, denn bei entsprechender Anwendung kann eine Flasche leicht nach ein bis zwei Behandlungen leer sein - und das geht schnell ins Geld. Beide Produkte sind bei Kindern ab 6 Monaten einsetzbar. "Jacutin Pedicul Fluid" ist ab der Geburt einsetzbar. Als wenig geeignet wurden die Mittel "Jacutin Pedicul Spray" und "SOS Läuse-Shampoo".

So sollte ein Läusekamm aussehen

Zusätzlich zum Läusemittel braucht man auch noch einen entsprechenden Kamm. Hier sollten die Zinken nicht mehr als 0,2 Millimeter Abstand haben und entsprechend stabil sein. Mit dem Kamm nimmt man sich vor oder nach dem Läusemittel Strähne für Strähne vor und schaut zwischendrin immer, ob man Läuse oder Eier gefunden hat.

Eine Behandlung reicht nicht

Mit einer Läusekur ist es allerdings nicht getan: Auch wenn bei manchen Mitteln dabei steht, dass man sie nur einmal anzuwenden braucht, sollte man die Prozedur auf jeden Fall nach etwa einer Woche wiederholen.

Man muss nicht gleich die ganze Wohnung desinfizieren

Verlässt eine Laus den Kopf und findet keinen neuen Wirt, stirbt sie nach etwa ein bis drei Tagen. Deswegen verlassen sie einen Kopf in der Regel nicht freiwillig. Man muss im Falle eines Läusebefalls nicht sofort die komplette Wohnung putzen. Bürsten und Kämme mit heißem Wasser reinigen kann sinnvoll sein und auch die Bettwäsche kann man wechseln. Um den Rest der Wohnung muss man sich aber eigentlich keine Gedanken machen.

Läuse kein Indiz für schlechte Körperhygiene

Nicht vergessen: Wer Läuse bei seinem Kind feststellt, muss die Schule oder die Kita informieren, damit die anderen Eltern ihre Kinder ebenfalls kontrollieren können. Und ganz wichtig: Es gibt keinen Grund, sich für Läuse zu schämen. Läuse können ausnahmslos jeden befallen und sind kein Indiz für schlechte Körperhygiene.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 11.09.2018, 6 Uhr

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