Wildwechsel im Herbst

Die Fahrt von der Arbeit nach Hause ist im Herbst nicht ungefährlich: Rehe oder Wildschweine, die über die Straße laufen, sind nur schwer zu sehen. Wir sagen Euch, auf was Ihr achten müsst und was Ihr tut, wenn es doch mal kracht.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen
Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kurioser Unfall in Bayern: Taxifahrer glaubt, er sei mit Hamster zusammengestoßen

In der Dämmerung offenbar zum Verwechseln ähnlich: Wildschwein und Hamster
Ende des Audiobeitrags

Was klingt wie eine erfundene Geschichte, ist in Freising bei München tatsächlich passiert: Ein Taxifahrer hat sich bei der Polizei gemeldet, weil er einen "großen Hamster mit sehr großen Zähnen" angefahren hätte.

Am Unfallort hat sich herausgestellt: Der Taxifahrer war nicht mit einem mutierten Hamster, sondern mit einem Wildschwein zusammengestoßen. Er hatte bloß noch nie eins gesehen.

Wildunfall-Gefahr im Herbst

Der Aufprall mit einem Auto auf ein Wildschwein kann ganz schön heftig sein: Schon wenn Ihr mit Tempo 60 auf der Straße unterwegs seid, wirkt das Gewicht wie der Zusammenstoß mit einem Nashorn. 3,5 Tonnen wirken auf das Auto ein.

Ein Reh am Straßenrand.

Kein Wunder also, dass es oft nicht nur bei Blechschäden bleibt. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV gab es in Deutschland rund 275.000 Wildunfälle – so viele wie nie zuvor. Im Schnitt kollidieren damit jeden Tag 750 Wildtiere mit Autos.

Weitere Informationen

Die App "Wuidi"...

...soll dabei helfen, Wildunfälle zu vermeiden. Wie sie das macht, erklären wir hier.

Ende der weiteren Informationen

Wie Ihr einen Unfall verhindert:

  • Fahrt vor allem in der Dämmerung und im Morgengrauen vorsichtig.
  • Besonders gefährlich sind Straßen, bei denen auf der einen Seite ein Waldstück liegt und auf der anderen ein Feld.
  • Dort also: Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein.
  • Wenn Ihr ein Tier am Straßenrand stehen seht, solltet Ihr deutlich langsamer werden oder sogar ganz abbremsen.
  • Lasst dann auf keinen Fall das Fernlicht an! Wenn sie geblendet werden, verlieren die Tiere oft die Orientierung und laufen erst recht los.
  • Lautes Hupen verscheucht die Tiere.
  • Wildtiere sind meistens nicht alleine unterwegs. Wenn Ihr eins gesehen habt, müsst Ihr damit rechnen, dass noch weitere Tiere auf die Fahrbahn springen.

Das müsst Ihr bei einem Wildunfall tun:

  • Falls Ihr einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden könnt, bremst.
  • Haltet dabei unbedingt das Lenkrad fest. Ansonsten könntet Ihr in den Gegenverkehr geraten und noch einen schlimmeren Unfall verursachen.
  • Macht unbedingt den Warnblinker an, steigt vorsichtig aus und stellt ein Warndreieck auf.
  • Ruft die Polizei an – die informiert dann den zuständigen Förster.
  • Fasst das Tier auf keinen Fall ohne Handschuhe an. Die Infektionsgefahr ist zu hoch.

Und wenn das Tier noch lebt?

"Dann besser Abstand halten", rät Markus Stifter vom Jagdverband. "Verletzte Tiere können aggressiv werden." Ruft auch dann die Polizei, wenn Ihr nicht sicher seid, ob Ihr ein Tier erwischt habt. Denn verletzte Tiere laufen oft noch weiter in den Wald hinein und sterben dann qualvoll.

"Für uns als Förster ist es dann total hilfreich, wenn Autofahrer die Stelle markieren und zum Beispiel ein Taschentuch an einen Ast binden", sagt Markus Stifter. "Dann wissen wir, wo wir mit der Suche anfangen können."

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 11.09.2019, 05:00 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit