Szene aus dem Tatort "KI"
Im neuen Tatort aus München geht es um Künstliche Intelligenz Bild © BR/Hendrik Heiden/Bavaria Fiction GmbH

Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr haben im neuen Tatort "KI" mit Künstlicher Intelligenz zu tun. Aber was ist das eigentlich und was kann Künstliche Intelligenz schon alles?

Darum geht‘s

Die 14-jährige Melanie verschwindet spurlos. Als Batic und Leitmayr sich ihr Zimmer anschauen, werden sie plötzlich angesprochen. Allerdings nicht von Melanie, sondern von ihrem Laptop. Die Stimme entpuppt sich schnell als hochkomplexe Künstliche Intelligenz (KI) und stammt aus einem laufenden EU-Projekt.

Dr. Florian Röhrbein ist Spezialist für Intelligente Systeme. Er hat die Macher bei der Entwicklung des Tatorts beraten und im hr3-Interview Fragen beantwortet.

Was ist Künstliche Intelligenz?

"Der Begriff Künstliche Intelligenz ist nicht klar definiert. Das liegt daran, dass sich Forscher bislang noch nicht einmal darauf verständigen konnten, was Intelligenz ist", erklärt Dr. Röhrbein. Letztlich kann man folgende kurze Definition verwenden, die auch bei Wikipedia angegeben ist: Künstliche Intelligenz (KI) ist "ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst".

Was kann KI schon alles?

KI verarbeitet mit unterschiedlichen Tools Daten und den Umgang mit Wissen. Dazu gehört zum Beispiel klassische Logik, Wissensrepräsentation, Problemlösung, Planen und auch verschiedene Formen des Lernens. Mittlerweile steckt KI auch in Produkten unseres Alltags und ist schon allgegenwärtig – wir bezeichnen diese nur nicht mehr als KI. Sie ist unter anderem in unseren Handys, in Spracherkennung und Suchmaschinen verarbeitet.

Dr. Röhrbein schränkt aber gleich ein: "Es gibt nicht das eine System, das auch nur annhänernd so intelligent ist wie wir Menschen. Wir haben ganz viele sehr spezialisierte KIs, die manche Sachen unglaublich gut können, weit besser als ein Mensch – aber eben nur eingeschränkt auf ein kleines Aufgabenspektrum.

Kann man tatsächlich mit einer KI befreundet sein?

Teilweise findet das schon statt, – je nachdem, wie technikaffin man ist. Es gibt bereits Systeme, die Emotionen erkennen oder selber ausdrücken können. "Die Interaktion zwischen uns selbst und den technischem System ist da schon so weit. Es gibt aber die Tendenz, dass wir in diese Maschinen mehr hineininterpretieren, als sie tatsächlich können. Das war im Film gestern zu sehen: Man vertraut sich dem System an, obwohl es das eigentlich nicht wert ist", so Dr. Röhrbein.

Machen sich diese Systeme wirklich selbstständig?

Die Systeme entwickeln sich tatsächlich selbst weiter. Im Bereich der neuronalen Netze etwa programmieren Wissenschaftler schon lange nicht mehr ein, wie das System reagieren soll. Stattdessen geben sie ihm Lernverfahren mit, mit denen es sich von alleine neues Wissen aneignen kann. Von Untergangsszenarien, wie sie im Tatort angedeutet wurden, hält der Experte dagegen nichts: "Diese Programm können nur ganz bestimmte Dinge sehr gut: Sie können vielleicht Go spielen, aber mit Sicherheit nicht Tennis. Sie können noch nicht mal die Tür aufmachen."

Weitere Informationen
  • Den Tatort "KI" könnt Ihr Euch noch einmal in der ARD Mediathek anschauen.
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Sendung: hr3, "hr3 am Samstagmorgen", 20.10.2018, 08:00 Uhr

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