Was tun, wenn der Hund Drogen frisst

Das ist kein Spaß, sondern tatsächlich so. Hunde finden beim Gassi gehen beispielsweise den Rest von einem Joint und fressen ihn. Das kann ziemlich gefährlich werden, wie Henrike und ihre Hunde-Dame Selma aus Frankfurt feststellen mussten.

Es war ein richtig schöner Sommertag im letzten Jahr. Henrike aus Frankfurt war mit ihrer Duck-Tolling-Retriever-Hündin Selma am Main spazieren. Dabei entdeckte Hündin Selma Kot im Gebüsch und fraß davon. Henrike dachte sich zunächst nichts dabei und spazierte mit Selma weiter – schließlich ist das Verhalten für Hunde nicht ungewöhnlich. Der Kot enthielt jedoch gefährliche Drogenreste.

Zuhause verschlechterte sich der Zustand der Hündin schlagartig. Selma musste sich übergeben und wurde sehr träge. Henrike ging mit ihr vor die Tür, frische Luft schnappen. Das half aber auch nichts: "Sie hat sich auf die Straße gelegt und wirklich alle Viere von sich gestreckt", erinnert sich Henrike. Für sie war es einer der schlimmsten Momente in ihrem Leben.

Glücklicherweise kam eine Nachbarin vorbei und gab den Tipp, sofort in die Tierklinik zu fahren. Das war dann auch die Rettung. Einen Tag musste Selma in der Tierklinik bleiben, dann durfte Henrike sie wieder mit nach Hause nehmen.

So erkennt Ihr eine Drogenvergiftung bei Hunden

Dieser Fall ist keine Ausnahme. In die Tierklinik der Justus Liebig Universität in Gießen kommt im Durchschnitt einmal die Woche ein Hund mit Drogenvergiftung, erklärt Tierarzt Hendrik Lehmann im Gespräch mit hr3. Die Symptome der Vergiftung seien recht unterschiedlich, so Lehmann. Die Vierbeiner könnten sehr aufgekratzt sein "oder auch sehr schlafsüchtiges Verhalten zeigen", warnt der Tierarzt.

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Symptome einer Drogenvergiftung bei Hunden

  • Speicheln
  • weitgestellte Pupillen
  • eventuell Erbrechen
  • Krämpfe
  • Die Hunde können sehr aufgeregtes Verhalten zeigen, aber auch träge bis schlafsüchtig reagieren.
Ende der weiteren Informationen

Lehman rät allen Hundebesitzern, in so einem Fall nicht selbst herumzudoktern. Denn der Hund könne – ohne böse Absicht – um sich beißen. "Das Beste ist, direkt zum Tierarzt zu fahren", sagt Lehmann.

Noch besser wäre es natürlich, wenn Euer Hund nicht einfach alles frisst, was er findet. Neben viel Kummer würde das auch eine Menge Geld sparen. Denn die Behandlung beim Tierarzt kostet knapp 1.000 Euro. Bei schwerwiegenden Fällen sind es auch gerne mal mehrere Tausende Euro.

Anti-Giftköder-Training für Hunde

"Man kann den Hunden beibringen, nicht alles auf zusammeln", sagt Hundetrainerin Sabine aus Biedenkopf. Aber: "Das ist ein sehr langer und mühseliger Weg – gerade bei Hunden, die gerne Sachen aufsammeln."

Wenn Ihr beim Training ein halbes bis dreiviertel Jahr konsequent bleibt, müsst Ihr Euch beim Gassigehen aber weniger Sorgen machen. "Man kann [den Hunden] beibringen, dass sie einem im Prinzip zeigen: 'Da liegt was. Darf ich das nehmen oder darf ich das nicht nehmen?'", so Sabine. In Fall von einem angerauchten Joint oder Kot sagt Ihr dann halt "nein".

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 09.04.2019, 12:15 Uhr

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