Auto Waschanlage
Nach dem Winter zieht es viele Autofahrer in die Waschanlage. Bild © Pixabay/Pexels

Hattet Ihr in den letzten Tagen auch einen ungewöhnlichen Schmutzfilm auf dem Auto? Dabei kann es sich um Sahara-Sand handeln, der nach Wüstenstürmen in die Atmosphäre geraten und nach Europa geweht wurde. Also ab in die Waschanlage! Aber Vorsicht: Dabei gibt es einiges zu beachten.

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Kate Menzyk & Kollege Kaempfert

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie Ihr Sahara-Staub auf keinen Fall abwaschen dürft

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In diesen Tagen war der sogenannte Blutregen wieder einmal Thema im schönsten aller Bundesländer: Nachdem es zuletzt heftige Stürme in der Sahara gegeben hat, wurde der Wüstenstaub in die Atmosphäre hochgewirbelt und vom Wind nach Europa getragen. Bei Regen kommt er runter – und hinterlässt einen üblen Schmutzfilm auf den Autos.

Also ab in die Waschstraße? Nein! Die Sandkörner würden den Lack nämlich zerkratzen. Besser: Auf den nächsten Regenschauer warten oder das Auto mit einem Hochdruckreiniger abspritzen.

Aber welches Programm lohnt sich überhaupt?

Sahara-Sand
hr3 Hörer Patrick aus Langenselbold hat Sahara-Staub auf dem Auto. Bild © Patrick aus Langenselbold

Es sei denn, Ihr gönnt Eurem Auto eine Vorwäsche. Dabei wird nämlich der grobe Schmutz durch Hochdruck-Reiniger und Chemikalien gelöst. Oft wird hier Aktiv-Schaum eingesetzt. Das macht auch durchaus Sinn: Bevor die Bürsten zum Einsatz kommen, sollte aller Dreck – auch Sahara-Sand – entfernt sein. Der wirkt sonst nämlich wie Schmirgelpapier und hinterlässt Kratzer.

Während der Unterbodenwäsche werden der Unterboden und die Radläufe mit Hochdruckdüsen mit bis zu 90 bar gereinigt. Das ist besonders nach dem Winter sinnvoll, um Streusalzrückstände zu entfernen. Bei der Unterbodenkonservierung wird der Unterboden noch mit einem speziellen Wachs besprüht, um ihn genau davor zu schützen. Das bietet sich eher vor dem Winter an.

Autowäsche Felgenreinigung
Auch die Felgen sollten hin und wieder gereinigt werden. Bild © Imago Images

Für die Felgenreinigung kommen Tellerbürsten und Hochdruckdüsen zum Einsatz und pusten die Felgen mal richtig durch.

Nach dem Waschen wird in der Regel Wachs (Heiß-, Kalt-, Hart und Schaumwachs) aufgesprüht. Dadurch werden Unebenheiten im Lack ausgeglichen. Teilweise wird das Wachs auch erst nach der Trocknung auf den Lack aufgesprüht und mit Bürsten oder Lappen fixiert. Dreck und Wasser perlen danach besser ab und das Auto glänzt schön. Bei der Schaumpolitur wird ein Schaum ohne Zwischentrocknung auf den Lack aufgetragen und von den Bürsten fixiert.

Die Nanoversiegelung hat einen ähnlichen Effekt wie die Wachsbehandlung. Dabei wird eine dünne, unsichtbare Schicht aus Nano-Partikeln auf Lack und Scheiben aufgetragen, die kleine Unebenheiten glättet. Der sogenannte Lotus-Effekt sorgt dafür, dass Schmutz, Staub, Fett, Öl und Wasser besser abperlen. Laut ADAC hält diese Versiegelung allerdings nur kurz. Wer zum Fachmann geht, bekommt eine nachhaltigere Nanoversiegelung – zahlt mit um die 100 Euro aber auch deutlich mehr.

Und welches Programm wähle ich jetzt?

Der ADAC empfiehlt eine einfache Schaumwäsche. Wenn das Auto sehr schmutzig ist, sollte man eine zweifache Wäsche wählen.

Auto Waschanlage
Eine einfache Schaumwäsche reicht in den meisten Fällen aus. Bild © Imago Images

Statt eine Nanoversiegelung in der Waschstraße machen zu lassen, sollte man laut ADAC-Experten den Lack nach der Wäsche lieber mit Hartwachs behandeln und polieren. Eine Unterbodenwäsche ist im Sommer ebenfalls unnötig. Die modernen Lacke sind in der Regel so robust, dass normaler Schmutz sie nicht angreift. Die Ausnahme: Streusalz. Nach dem Winter macht es also durchaus Sinn, den Unterboden reinigen zu lassen.

Ganz wichtig: Eine Wäsche ist für Euer Auto nicht bloß Schönheitsmaßnahme, sondern auch Schutz. Vogelkot, UV-Strahlung, festgeklebte Fliegen und Pollen können nämlich den Alterungsprozess beschleunigen oder den Lack beschädigen.

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Geheimtipp gegen festgeklebte Fliegen auf der Windschutzscheibe

Einfach eine Seite Zeitung oder ein Stück Küchenpapier in Cola einweichen und auf die Windschutzscheibe legen. Dadurch werden die festgeklebten Insekten aufgeweicht und lassen sich anschließend ganz einfach mit Wasser abspülen.

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Darf ich mein Auto auch zuhause waschen?

Auto Waschanlage
Am Wochenende staut es sich gerne mal an den Waschanlagen. Also lieber zuhause waschen? Bild © Imago Images

Nein, das ist aus Umweltschutzgründen weder sinnvoll noch erlaubt. Auf öffentlichen Straßen darf das Auto nicht gewaschen werden. Der Grund: Durch das Autoshampoo können schädliche Stoffe ins Abwasser gelangen. Eine Reinigung mit dem Gartenschlauch ist ebenfalls verboten, weil der Wasserverbrauch dabei zu hoch ist.

Wer sein Auto auf seinem eigenen Grundstück waschen möchte, ist verpflichtet, das Abwasser aufzufangen. Das gestaltet sich aber schwierig: Schließlich haben die wenigsten von uns eine Auffanganlage zuhause, wie wir sie aus der Waschstraße kennen.

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Das wusstet Ihr bestimmt noch nicht

  • Jedes Auto benötigt ca. 800 Liter in einer Waschstraße. Das sind 18 Liter pro Minute. 98 Prozent dieses Wassers werden aber wiederverwendet. Auch Regenwasser wird genutzt.
  • 60 Prozent ihrer Einnahmen machen Waschanlagen zwischen Freitagmittag und Samstagabend. Wer außerhalb dieser Zeiten in die Waschstraße fährt, hat also deutlich kürzere Wartezeiten.
  • Kratzer, die in der Waschstraße entstehen, sind meistens nur der Abrieb der Waschbürsten und ganz leicht wieder zu entfernen.
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Sendung: hr3, "hr3 Morningsshow", 22.03.2019, 05:00 Uhr

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