Auto Waschanlage
Nach dem Winter zieht es viele Autofahrer in die Waschanlage. Bild © Pixabay/Pexels

Mit wärmenden Strahlen hebt die Frühlingssonne unsere Laune. Aber leider macht sie auch die vielen Schmutzflecken am Auto besonders gut sichtbar – also ab, in die Waschanlage! Aber welches Programm säubert das Auto am besten? Muss es wirklich die Unterbodenwäsche mit Nanoversiegelung sein oder kann ich mein Auto auch zuhause waschen?

Wer sein Auto frühlingsfit machen will, steht einer quälenden Fülle von Möglichkeiten gegenüber. Die Waschstraßen bieten vom Aktiv-Schaum bis zur Nanoversiegelung so viele verschiedene Programme an, dass wir uns fragten: Was davon ist wirklich sinnvoll – und was rausgeschmissenes Geld?

Das Waschanlagen-ABC

Bei der Vorwäsche wird der grobe Schmutz durch Hochdruck-Reiniger und Chemikalien gelöst. Dabei wird oft Aktiv-Schaum eingesetzt. Das macht auch durchaus Sinn: Bevor die Bürsten zum Einsatz kommen, sollte aller Dreck entfernt sein. Der wirkt sonst nämlich wie Schmirgelpapier und hinterlässt Kratzer.

Während der Unterbodenwäsche werden der Unterboden und die Radläufe mit Hochdruckdüsen mit bis zu 90 bar gereinigt. Das ist besonders nach dem Winter sinnvoll, um Streusalzrückstände zu entfernen. Bei der Unterbodenkonservierung wird der Unterboden noch mit einem speziellen Wachs besprüht, um ihn genau davor zu schützen. Das bietet sich eher vor dem Winter an.

Autowäsche Felgenreinigung
Auch die Felgen sollten hin und wieder gereinigt werden. Bild © Imago

Für die Felgenreinigung kommen Tellerbürsten und Hochdruckdüsen zum Einsatz und pusten die Felgen mal richtig durch.

Nach dem Waschen wird in der Regel Wachs (Heiß-, Kalt-, Hart und Schaumwachs) aufgesprüht. Dadurch werden Unebenheiten im Lack ausgeglichen. Teilweise wird das Wachs auch erst nach der Trocknung auf den Lack aufgesprüht und mit Bürsten oder Lappen fixiert. Dreck und Wasser perlen danach besser ab und das Auto glänzt schön. Bei der Schaumpolitur wird ein Schaum ohne Zwischentrocknung auf den Lack aufgetragen und von den Bürsten fixiert.

Die Nanoversiegelung hat einen ähnlichen Effekt wie die Wachsbehandlung. Dabei wird eine dünne, unsichtbare Schicht aus Nano-Partikeln auf Lack und Scheiben aufgetragen, die kleine Unebenheiten glättet. Der sogenannte Lotus-Effekt sorgt dafür, dass Schmutz, Staub, Fett, Öl und Wasser besser abperlen. Laut ADAC hält diese Versiegelung allerdings nur kurz. Wer zum Fachmann geht, bekommt eine nachhaltigere Nanoversiegelung – zahlt mit um die 100 Euro aber auch deutlich mehr.

Und welches Programm wähle ich jetzt?

Der ADAC empfiehlt eine einfache Schaumwäsche. Wenn das Auto sehr schmutzig ist, sollte man eine zweifache Wäsche wählen.

Auto Waschanlage
Eine einfache Schaumwäsche reicht in den meisten Fällen aus. Bild © Imago

Statt eine Nanoversiegelung in der Waschstraße machen zu lassen, sollte man laut ADAC-Experten den Lack nach der Wäsche lieber mit Hartwachs behandeln und polieren. Eine Unterbodenwäsche ist im Sommer ebenfalls unnötig. Die modernen Lacke sind in der Regel so robust, dass normaler Schmutz sie nicht angreift. Die Ausnahme: Streusalz. Nach dem Winter macht es also durchaus Sinn, den Unterboden reinigen zu lassen.

Ganz wichtig: Eine Wäsche ist für Euer Auto nicht bloß Schönheitsmaßnahme, sondern auch Schutz. Vogelkot, UV-Strahlung, festgeklebte Fliegen und Pollen können nämlich den Alterungsprozess beschleunigen oder den Lack beschädigen.

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Geheimtipp gegen festgeklebte Fliegen auf der Windschutzscheibe

Einfach eine Seite Zeitung oder ein Stück Küchenpapier in Cola einweichen und auf die Windschutzscheibe legen. Dadurch werden die festgeklebten Insekten aufgeweicht und lassen sich anschließend ganz einfach mit Wasser abspülen.

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Darf ich mein Auto auch zuhause waschen?

Auto Waschanlage
Am Wochenende staut es sich gerne mal an den Waschanlagen. Also lieber zuhause waschen? Bild © Imago

Nein, das ist aus Umweltschutzgründen weder sinnvoll noch erlaubt. Auf öffentlichen Straßen darf das Auto nicht gewaschen werden. Der Grund: Durch das Autoshampoo können schädliche Stoffe ins Abwasser gelangen. Eine Reinigung mit dem Gartenschlauch ist ebenfalls verboten, weil der Wasserverbrauch dabei zu hoch ist.

Wer sein Auto auf seinem eigenen Grundstück waschen möchte, ist verpflichtet, das Abwasser aufzufangen. Das gestaltet sich aber schwierig: Schließlich haben die wenigsten von uns eine Auffanganlage zuhause, wie wir sie aus der Waschstraße kennen.

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Das wusstet Ihr bestimmt noch nicht

  • Jedes Auto benötigt ca. 800 Liter in einer Waschstraße. Das sind 18 Liter pro Minute. 98 Prozent dieses Wassers werden aber wiederverwendet. Auch Regenwasser wird genutzt.
  • 60 Prozent ihrer Einnahmen machen Waschanlagen zwischen Freitagmittag und Samstagabend. Wer außerhalb dieser Zeiten in die Waschstraße fährt, hat also deutlich kürzere Wartezeiten.
  • Kratzer, die in der Waschstraße entstehen, sind meistens nur der Abrieb der Waschbürsten und ganz leicht wieder zu entfernen.
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Sendung: hr3, "hr3 Morningsshow", 22.03.2019, 05:00 Uhr

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