Unwetter in Hetzerode Mai 2018
Die Wassermassen in Hetzerode nach einem Gewitter im Mai spülten sogar Autos weg. Bild © picture-alliance/dpa

Starkregen, Hagel, Schlammlawine: Hessen wird immer wieder von heftigen Gewittern heimgesucht. In den nächsten Tagen steigt das Gewitterrisiko weiter an. hr3-Wetterexperte Tim Staeger erklärt, welche Regionen betroffen sind.

Überfluteter Garten in Kirchhain
Land unter in einem Kirchhainer Garten Bild © picture-alliance/dpa

Nach der langen Hitzewelle kommen jetzt die Gewitter. Anfang der Woche hat es Kirchhain besonders getroffen: Keller liefen voll, zwei Schulen mussten geschlossen werden und Hagel färbte die Straßen weiß, wie hessenschau.de berichtete. Nach der Trockenphase können uns Gewitter jetzt noch heftiger treffen als im Mai oder Juni. Die Böden sind trocken und können kein Wasser aufnehmen, der komplette Regen läuft in die Bäche oder auf die Straßen.

Sind einige Regionen besonders betroffen?

"Das kann man so nicht sagen, es hängt immer stark von der Wetterlage ab", weiß hr3-Wetterexperte Tim Staeger. Durch feuchtwarme Luftmasse bilden sich Gewitter. Selbst wenn die zum Beispiel aus Richtung Südosten kommen, kann das nächste Gewitter jeden in Hessen treffen. "Das ist wie eine Lotterie: Man kann im Voraus kaum sagen, wo das einzelne Gewitter entsteht", sagt Tim Staeger.

Ist das schon der Klimawandel?

Ob der Klimawandel zu diesen Unwettern beiträgt, ist laut unserem Wetterexperten wissenschaftlich nur schwer zu beweisen. Es sei aber absolut plausibel. "Denn in einer wärmeren Atmosphäre kann mehr Wasserdampf gelöst werden. Das heißt: Im Sommer ist potenziell mehr Wasser in der Luft und entsprechend erwarten wir auch, dass es stärkere und heftigere Gewitter gibt", beschreibt er.

Das Wetter hat sich bereits weltweit verändert - es ist genau einen Grad wärmer geworden in den letzten 100 Jahren. Das mag sich zwar wenig anhören, aber bereits dieser eine Grad hat große Auswirkungen. Wärmere Luft kann beispielsweise mehr Wasserdampf aufnehmen. "Vor allem wenn es kaum Wind gibt und es über einem Ort runtergeht, können wir in den nächsten Tagen wieder mit extremem Starkregen rechnen", so der Wetterexperte.

Unwetter in Hungen
In Hungen regnete es im Mai innerhalb kürzester Zeit 150 Liter pro Quadratmeter. Bild © picture-alliance/dpa

Genau da liege auch das Problem: Die Gewitter entleeren sich teilweise nur noch über einen kleinen Ort und nicht großflächig. Innerhalb kürzester Zeit gibt es große Regenmengen über einer kleinen Fläche - so wie beispielsweise in Hungen Ende Mai. Da kamen etwa 150 Liter pro Quadratmeter runter. In einem normalen Monat regnet es normalerweise die Hälfte davon. Sich auf einen solchen Starkregen vorzubreiten, ist für die Orte schwierig: "Da ist die Kanalisation überfordert und ein Hochwasserschutz gegen solche Ereignisse ist quasi gar nicht machbar.“

Wo sich gerade etwas zusammenbraut, zeigt unser Unwetter-Radar

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 09.08.2018, 14:30 Uhr

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