Laub Gehweg Herbst
Wie bei Schnee und Eis gilt: Grundstückseigentümer müssen die Wege sicher machen. Bild © picture-alliance/dpa

Buntes Laub gehört eigentlich zu den schönen Seiten des Herbsts. Aber wenn die Blätter nass werden, kann es wegen Rutschgefahr schnell gefährlich werden. Wer das Laub eigentlich wegmachen muss und wie man es richtig entsorgt, haben wir hier für Euch zusammengefasst.

Generell gilt: Genau wie bei Eis und Schnee muss der Grundstückseigentümer die Wege sicher machen. Das heißt: Ihr seid dafür zuständig, das nasse Laub zu entfernen. Natürlich nicht von jedem einzelnen Blättchen, aber größtenteils.

Wenn vom Baum des Nachbarsgrundstücks Laub auf Euer Grundstück fällt, müsst trotzdem Ihr es selbst entfernen. Wenn es über das übliche und zumutbare Maß hinaus geht, könnt Ihr die sogenannte Laubrente als finanziellen Ausgleich für Euren Aufwand verlangen. Darüber muss allerdings im Zweifel vor Gericht entschieden werden....

Und auf den Gehwegen und Straßen?

Auf den Straßen sind die Städte und Gemeinden zuständig, aber die können natürlich nicht überall gleichzeitig sein. Autofahrer und Fahrradfahrer müssen deshalb ihre Fahrweise anpassen.

Auch auf Gehwegen ist die Stadt oder Gemeinde für die Räumung verantwortlich. Die Stadt kann dem Grundstückseigentümer aber die Reinigung des öffentlichen Raums übertragen – dann muss er auch den Gehweg von Laub säubern. Diese Pflicht kann auch auf Mieter übertragen werden. Ob der Eigentümer bzw. der Mieter dazu verpflichtet ist, steht in der Reinigungssatzung jeder Gemeinde bzw. dem Mietvertrag.

Das Landgerichts Frankfurt hat entschieden: Morgens um 7 Uhr kann noch kein gefegter Gehweg verlangt werden. Zwischen 7 und 20 Uhr ist der Grundstückseigentümer aber dazu verpflichtet, das Laub zu räumen. Fußgänger und Radfahrer sind aber ohnehin in der Pflicht, Wege mit Laub vorsichtig zu betreten oder zu befahren.

So funktioniert die richtige Entsorgung

Laubhaufen Herbst
Ein zusammengeschobener Haufen Laub ist ein tolles Winterquartier für Kleintiere. Bild © picture-alliance/dpa

Laub ist Biomüll und der muss verwertet werden. Ihr müsst es sammeln und entweder zum Wertstoffhof bringen oder kompostieren. Wenn Ihr Platz im Garten habt, könnt Ihr aber auch einen Winterschutz für Pflanzen draus machen. Ein zusammengeschobener Haufen Blätter ist übrigens auch ein tolles Winterquartier für Kleintiere.

Darf man das zusammengekehrte Laub im Garten verbrennen?

Das ist nicht erlaubt. Außerdem qualmt das ganz schön. Auch dürft Ihr Laub auf keinen Fall auf die Straße kehren.

Was Ihr beim Einsatz von Laubbläsern beachten müsst

Laubbläser können von Privatleuten nur in bestimmten Zeiten verwendet werden: In Wohngebieten dürfen Geräte ohne EU-Umweltzeichen werktags nur von 9 bis 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr zum Einsatz kommen. Je nach Stadt oder Gemeinde kann es auch Ausnahmen geben. Geräte, die ein EU-Umweltzeichen haben, könnt ihr bis 20 Uhr benutzen. An Sonn- und Feiertagen solltet Ihr auf Laubbläser unbedingt verzichten.

Wer haftet nach einem Sturz?

Wer auf feuchtem Laub ausrutscht und sich dabei verletzt, kann einen Anspruch auf Schadenersatz wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht gegen den Räumpflichtigen haben – also zum Beispiel die Gemeinde oder den Grundstückseigentümer.

Sendung: hr3, "hr3 am Samstagmorgen", 02.11.2018, 08:15 Uhr

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