Hochwasser in Hann.Münden
Der Albtraum jedes Hausbesitzers: Wenn die Straße zum Fluss wird Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller, meterhohes Wasser in den Häusern - richtig starke Regenfälle mit überschwemmten Kellern waren in den letzten Jahren keine Seltenheit. Welche Versicherung kommt eigentlich dafür auf? Soviel vorab: die Hausrat ist es nicht!

Ich habe eine Hausratversicherung – muss die nicht aufkommen für die Schäden?

Nein – denn Überschwemmungen durch Regen oder Hochwasser und Erdrutsche sind nicht mit abgesichert. Für solche Fälle braucht man eine Zusatzversicherung für sogenannte "Elementarschäden" – damit sind Schäden abgedeckt, "die durch das Wirken der Natur verursacht werden", wie es im Versicherungsslang heißt. Damit sind zum Beispiel Sturm, Hagel, Überschwemmung, Erdbeben, Lawinen, Schneedruck und Vulkanausbrüche, in der erweiterten Form auch Blitzschlag und Starkregen abgesichert.

Wer braucht diese Elementarversicherung?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt so eine Elementarschadenversicherung auf jeden Fall für Hausbesitzer – denn die müssen sonst selbst zahlen. Wichtig ist, dass auch Starkregen und Rückstau mitversichert ist. Ein Rückstau entsteht, wenn Starkregen die Kanalisation überlastet oder sich Wasser auf der Geländeoberfläche ansammelt, sodass Keller überflutet werden.

Auch die normale Hausratversicherung kann übrigens aufgestockt werden mit einer Zusatzversicherung für Elementarschäden, wenn man besonders wertvolle Sammlungen in häufig betroffenen Räumen (wie Keller) aufbewahrt.

Was kostet so eine Versicherung?

Keine Überraschung: in Gegenden, in denen es oft Hochwasser gibt, ist die Versicherung teurer. Wolfhagen kostet zum Beispiel mehr als Reichelsheim. Interessant dagegen: je härter das Wasser bei Euch ist, desto teurer wird's. Faustregel: 1000 € pro Quadratmeter sollte die Versicherungssumme sein, also 80.000 € bei einer 80-m²-Wohnung.

Die Elementarversicherung gibt es nur in Kombination mit einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Das kostete zum Beispiel 2016 in Bensheim für eine Doppelhaushälfte mit 130 m² 21,54 € im Monat, in Kassel waren es gleich 12 € mehr. Da war dann aber auch alles mit drin, sogar Fahrräder und grobe Fahrlässigkeit.

Wenn ich erfahre, dass bald neue Unwetter drohen, kann ich dann ganz schnell noch eine Versicherung abschließen?

Natürlich, aber es gibt in der Regel eine Wartezeit von etwa vier Wochen, bis der Versicherungsschutz greift.

Wie hoch ist das Risiko überhaupt, dass mein Haus von Unwetterschäden betroffen ist?

Klimaforscher gehen davon aus, dass solche Überschwemmungen immer mehr werden. Dieser Sommer wird also leider keine Ausnahme bleiben. Wichtig: Auch die Versicherungen wissen, dass die Schäden durch Unwetter in den nächsten Jahren steigen werden – und werden deswegen in absehbarer Zeit die Preise erhöhen. Möglicherweise kann es sinnvoll sein, jetzt zuzugreifen.

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