Blutspende
Eine Blutspende geht schneller, als man denkt. Bild © picture-alliance/dpa

Die Blutkonserven-Vorräte in Hessen werden langsam knapp. Der Grund: Im Sommer sind viele Spender im Urlaub. Außerdem gibt es mehr Sport- und Verkehrsunfälle, für deren Behandlung Blutkonserven benötigt werden. Wie Ihr Spender werden könnt, lest Ihr hier.

Was passiert beim Blutspenden genau?

Ihr bekommt einen kleinen Piekser in den Finger. Der Tropfen Blut, der austritt, wird genau analysiert: Passt der Hämoglobinwert? Auch Euer Puls, Euer Blutdruck und Eure Körpertemperatur wird gemessen, um auszuschließen, dass Ihr Fieber habt. Wenn alles in Ordnung ist, dürft Ihr spenden.

Dazu führt man Euch zu einer Liege. Mit einer Hohlnadel wird eine Armvene punktiert und ein halber Liter Blut entnommen. Das dauert etwa 10 Minuten. Auf die Einstichstelle kommt anschließend ein Druckverband - und Ihr habt's geschafft!

Blutspende
Mit einer Hohlnadel wird eine Armvene punktiert und ein halber Liter Blut entnommen. Bild © Colourbox.de

Um sicherzugehen, dass Euer Kreislauf die Blutentnahme gut verkraftet, bekommt Ihr danach etwas zu trinken und zu essen. Den halben Liter Blutverlust verkraftet Euer Körper aber locker. Ein erwachsener Mann hat beispielsweise ganze 5 Liter davon - und um das Blut zu erneuern und den Verlust wieder aufzufüllen, benötigt der Körper gerade einmal ein paar Tage. Forschern der Berliner Charité zufolge könnte die Blutspende sogar gut für Eure Gesundheit sein: Sie vermuten nämlich, dass regelmäßiges Blutspenden den Blutdruck senken kann.

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Allein der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen versorgt mit seinen Konserven 440 Krankenhäuser. Pro Woche werden da eigentlich 15.000 Blutspenden benötigt - das sind ungefähr 333 Badewannen. Wo Ihr wann spenden könnt, erfahrt Ihr auf der Homepage des DRK.

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 Wie lange dauert das?

Plant am besten eine Stunde ein. Die Blutspende selbst dauert zwar nur wenige Minuten. Ihr müsst vorher allerdings ein Formular mit Euren Spenderdaten und Eurer gesundheitlichen Vorgeschichte ausfüllen und auch die ärztliche Untersuchung und die Erholungsphase nach der Spende brauchen Ihre Zeit.

Wer darf Blut spenden?

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Ganz wichtig: Genug trinken - am besten schon am Tag vor der Blutspende! So könnt Ihr eventuellen Kreislaufproblemen vorbeugen. Die treten zwar nur selten auf, aber sicher ist sicher.

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Alle gesunden Menschen zwischen 18 und 73 Jahren mit mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht. Wer zum ersten Mal spendet, sollte nicht älter als 64 sein. Gesund heißt: Wer in den vergangenen vier Wochen weder einen Infekt, eine Durchfallerkrankung oder einen operativen Eingriff hatte, ist als Blutspender zugelassen.

Zwischen zwei Blutspenden sollten mindestens 56 Tage Abstand liegen. Männer dürfen in der Regel sechsmal, Frauen viermal im Jahr spenden.

Welche Ausschlusskriterien gibt es?

Einige Menschen werden grundsätzlich von der Blutspende ausgeschlossen: Dazu zählen Menschen, die in den vergangenen vier Wochen Kontakt zu einem Infektionskranken hatten oder sich zwischen 1980 und 1996 länger als ein halbes Jahr in England aufgehalten haben. Wer Gelbsucht oder Malaria hatte oder in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen ist, scheidet ebenfalls - genauso wie Frauen, die schwanger sind oder noch stillen oder Männer, die Sex mit Männern hatten. Sie dürfen kein Blut spenden, weil sie ein höheres Infektionsrisiko für HIV haben. Trotz modernster Testmethoden bleibt hier leider ein Restrisiko.

Nach einer Antibiotika-Einnahme, einem Infekt, Durchfall kleineren operativen Eingriffen oder größeren Zahnbehandlungen solltet Ihr vier Wochen bis zur nächsten Spende warten. Wer eine große Operation oder Endoskopie hatte oder sich kürzlich neue Piercings oder Ohrlöcher stechen oder tätowieren lassen hat, sollte sogar vier Monate vergehen lassen.

Welche Vorteile hat eine Blutspende für mich?

Ihr bekommt einen kostenlosen Gesundheits-Check. Dabei können zum Beispiel eine Blutarmut, Infektionskrankheiten, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen festgestellt werden. Auch Eure Blutgruppe und der Rhesus-Faktor werden bei einer Spende bestimmt.

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Gibt es Risiken für Spender?

Die Tauglichkeitsuntersuchung vor der Spende und die Kontrolle der Laborwerte schließen Risiken weitgehend aus. Im Zweifelsfall wird ein Spender schon beim geringsten Risiko von der Blutspende zurückgestellt.

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Etwa drei Wochen nach Eurer ersten Spende erhaltet Ihr einen Blutspende-Ausweis im Scheckkartenformat. Er enthält alle Angaben zu Eurer Blutgruppe und zum Rhesus-Faktor.

Wenn Ihr den Ausweis immer bei Euch tragt, bedeutet das für Euch im Falle eines Unfalls zusätzliche Sicherheit, weil die Notärzte diese wichtigen Informationen auslesen können.

Wer Blutspender ist, bekommt zudem die Kosten für eventuell nötige Bluttransfusionen vom Blutspendedienst bezahlt, wenn kein Kostenträger dafür eintritt.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 18.07.2018, 09:30 Uhr

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