Szene aus dem Tatort "Der Mann, der lügt"

Im aktuellen Tatort "Der Mann, der lügt" aus Stuttgart ermitteln die Kommissare Lannert und Bootz im Mordfall Uwe Berger. Der Hauptverdächtige in dem Fall verstrickt sich im Laufe der Ermittlungen immer wieder in Lügen. Aber gibt es eigentlich die perfekte Lüge?

Darum geht’s

Der Anlageberater Uwe Berger wird in seinem schicken Haus erstochen. Ein Name taucht im Terminkalender des Toten immer wieder auf: Jakob Gregorowicz. Er verstrickt sich immer mehr in Lügengeschichten und macht sich dadurch zum Hauptverdächtigen.

Wir haben mit Stefan Verra, Experte für Körpersprache, über die perfekte Lüge gesprochen.

Wie funktioniert die perfekte Lüge?

"Umso öfter wir in die Welt der Lüge eintauchen, desto mehr glaubt unser Gehirn irgendwann, es sei die Wahrheit. Und wenn das Gehirn selber nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann, reagiert der Körper auch tatsächlich so, als sei es die Wahrheit. Wer also lügen will, lebt sich so lange in die Lüge ein, bis er selber nicht mehr weißt, was ist jetzt wirklich passiert ist und was ist ausgedacht. Ob das psychisch gesund ist, lasse ich mal dahingestellt.“

Was heißt das konkret?

"Man übt die Lüge so oft, bis der Körper völlig entspannt darauf reagiert. Man sagt sie also tausendmal im Kopf oder vor dem Spiegel auf, bis man selbst daran glaubt. Je kürzer man die Lüge formuliert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man kein Misstrauen auslöst.“

Kann man jemandem ansehen, ob er lügt?

"Einzelne Gesten oder Körperhaltungen werden gerne als Indiz für das Lügen gesehen. Es heißt zum Beispiel, dass Lügner Augenkontakt meiden, nach links oder rechts unten schauen oder mit der Stimme nach oben gehen. Geübte Lügner passen aber auf, dass die Stimme ganz gleich bleibt und halten manchmal auch extra Blickkontakt. Man muss also unterscheiden zwischen einem Bauchgefühl und dem, was tatsächlich nachweisbar ist. Laut Studien dazu liegt die Fehlerquote nur bei ca. 50 Prozent."

Denn: Wenn der Gegenüber im Gespräch keinen Augenkontakt hält oder seine Stimme nach oben geht, kann es auch einfach sein, dass ihm gerade etwas peinlich ist oder er vielleicht vor Freude mit der Stimme nach oben geht.

Der Tatort zum Nachschauen

So ein Lügenkonstrukt aufzubauen wie Jakob Gregorowicz aus dem Stuttgarter Tatort klingt ziemlich aufwendig und ist natürlich psychologisch und moralisch fragwürdig. Da bleiben wir doch lieber bei der Wahrheit.

Den Tatort "Der Mann, der lügt“ gibt es in der ARD-Mediathek zum Nachschauen.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 05.11.2018, 09:30 Uhr

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