Tatort Treibjagd
Die Ermittler Julia Grosz (Franziska Weisz) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) kennen den getöteten Einbrecher. Bild © picture-alliance/dpa

Im aktuellen Tatort "Treibjagd" leben die Bürger eines Hamburger Stadtteils aufgrund einer Einbruchserie in Angst. Die Bürger schließen sich zusammen, um sich zu wehren. Doch wie gefährlich ist ihr Vorhaben?

Darum geht’s

Eine Einbruchserie in einem Hamburger Stadtteil macht die Bewohner misstrauisch und ängstlich. Von der Soko, die wegen der vielen Einbrüche eingerichtet wurde, halten sie nicht besonders viel. Da wundert es nicht, dass alle miteinander erleichtert sind, als ein junger Mann bei seinem Einbruchsversuch vom Hausbesitzer erschossen wird. Seine Waffe stellt sich kurz darauf allerdings als Attrape heraus – und ein Komplize ist auf der Flucht.

Wir haben mit Christoph Schulte, Pressesprecher des Landeskriminalamtes, über Bürgerwehren und die Aufgaben der Polizei gesprochen.

Gibt es Bürgerwehren in Hessen?

Bürgerwehren wie im Tatort gibt es derzeit in Hessen wohl keine. "Allerdings gibt es immer dort, wo radikal politische Kräfte ein Klima der Angst schüren, Bürgerinnen und Bürger, die sich zusammenschließen, um vermeintlich für Sicherheit zu sorgen", erklärt Schulte. Das sei aber definitiv nicht der richtige Weg.

Warum sind Bürgerwehren gefährlich?

Die einzige Instanz, die für Recht und Ordnung in unserem Land sorgt, ist die Polizei. Sie hilft uns nicht nur bei Gefahren, sondern schützt uns auch vor uns selbst. "Mitglieder einer Bürgerwehr laufen Gefahr, sich bei gewissen Aktionen strafbar zu machen – beispielsweise bei Handgreiflichkeiten oder gar Körperverletzungen. Aber es ist auch sehr gefährlich für sie selbst, denn ihnen fehlt die Ausbildung, um sich selbst zu schützen", so Schulte. Er betont, dass Hessen eine nicht nur sehr gut ausgerüstete Polizei habe, sondern diese auch sehr motiviert sei, den Bürgerinnen und Bürgern in jeder Notlage zu helfen.

Was tun, wenn man sich nicht sicher fühlt?

Schulte empfiehlt, miteinander zu reden. Hat man komische Beobachtungen gemacht oder ein Gefühl der Unsicherheit, ist es sicherlich nicht verkehrt, sich mit den Nachbarn auszutauschen. Auch WhatsApp-Gruppen können als Kommunikationstool genutzt werden. Beobachtet man beispielsweise ein verdächtiges fremdes Auto schon mehrere Tage parkend in der Straße, kann man sich hier mit den Nachbarn austauschen. "Wisst Ihr, wem das Auto gehört? Mir kommt das ungewöhnlich vor..."

Nichtsdestotrotz sollte die Polizei direkt verständigt werden. "Da ist es wirklich besser, die Polizei einmal zu viel als zu wenig zu kontaktieren", betont Schulte. Auch umgekehrt sollte man bedenken, dass die Polizei auf die Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist. Denn meist können Fälle erst mithilfe von Hinweisen und Zeugenaussagen gelöst werden.

Der Tatort zum Nachschauen

Eine Bürgerwehr zu gründen, ist also eine sehr gefährliche Angelegenheit. Man sollte lieber ausgebildeten Polizisten vertrauen und sie im Falle einer Notlage oder Unsicherheit rufen.

Den Tatort "Treibjagd“ gibt es in der ARD-Mediathek zum Nachschauen.

Sendung: hr3, "hr3 am Sonntagabend", 18.11.2018, 20:15 Uhr

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