Goji Beeren
Goji-Beeren sollen gesund und fit machen. Oft enthalten sie aber schädliche Pestizide. Bild © Colourbox.de

Egal ob Chia-Samen, Weizengras oder Goji-Beeren: Die Superfoods sind in aller Munde - wortwörtlich. Sie sollen schlank, gesund und fit machen und sogar Krankheiten vorbeugen. Aber stimmt das auch?

Was genau sind Superfoods?

Exotische Beeren, Nüsse und Samen, denen eine hohe Nährstoffdichte zugeschrieben wird. Dadurch sollen sie besonders gesund sein. Zu den bekanntesten Superfoods zählen Goji- und Açai-Beeren, Chia-Samen und Weizengras.

Was ist das Problem mit den Superfoods?

Der Begriff ist nicht geschützt - theoretisch darf die Lebensmittelbranche jedes beliebige Produkt so verkaufen. Auch die Ahle Worscht. Wenn irgendwo "Superfood" draufsteht, könnt Ihr also davon ausgehen: Das ist hauptsächlich Marketing.

Chia-Samen
Chia-Samen kommen meistens aus Zentralmexiko, Argentinien oder Australien. Bild © Colourbox.de

Die Superfoods sind zudem richtige Exoten aus Südamerika oder China und haben lange Transportwege hinter sich, wenn sie bei uns in Hessen ankommen. Für das Klima ist das alles andere als gut. Auch die Frische leidet darunter. Deshalb kommen sie als Trockenobst, Pulver oder Saft in die Regale. Dabei gehen viele Nährstoffe und Vitamine verloren. Und nicht nur das: Bei diesen Produktions-Prozessen können schädliche Mineralöle oder Keime auf die Ware gelangen.

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 2016 nämlich herausgefunden, dass viele Superfoods Rückstände von Mineralöl, Blei, Cadmium und Pestiziden enthalten. Weil die Lebensmittel in konzentrierter Form daherkommen, treten auch diese Schadstoffe in hoher Konzentration auf. Im Test fielen 12 von 22 untersuchten Lebensmitteln durch, darunter sogar Produkte in Bio-Qualität. Die Chiasamen der Marke Basic sowie Rohkakaopulver der Marke Feinstoff bewertet Öko-Test sogar als nicht verkehrsfähig. Nur ein Produkt bekam die Note sehr gut: die Bio-Gojibeeren von Morgenland.

Was sind die heimischen Alternativen zu exotischen Superfoods?

Es müssen gar nicht die Exoten sein. Heimische Lebensmittel können genauso super sein für die Gesundheit und sind noch dazu viel günstiger und besser für die Umwelt.

Chia-Samen

Leinsamen
Leinsamen sind genauso gesund wie Chia-Samen. Bild © Pixabay

Chia-Samen haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren, die als entzündungshemmend gelten. Viel günstiger, aber genauso gesund sind Leinsamen. Hier gilt aber: Auf die Herkunft achten. Produkte mit demeter- oder Bioland-Siegel stammen meist aus Deutschland.

Açai-Beeren

Heidelbeeren in einer Verpackung
Heidelbeeren sind die heimische Alternative zu Açai-Beeren. Bild © Colourbox.de

Die aus Brasilien stammenden Açai-Beeren enthalten Kalzium, Mineral- und Ballaststoffe und Antioxidantien. Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass die Beeren lange satt machen. Das alles steckt aber auch in Heidelbeeren, Rotkohl, Holundersaft und Brombeeren.

Weizengras

Knuspriger Grünkohl
Von wegen Weizengras: Grünkohl kann genauso super sein! Bild © Imago

Weizengras steckt voller wichtiger Nährstoffe wie Vitamin B12, Vitamin C und E, Kalzium, Eisen, Magnesium und Chlorophyll. Seine Chlorophyll-Speicher kann man aber genauso gut mit Grünkohl oder Brokkoli auffüllen. Die sind auch um einiges günstiger.

Goji-Beeren

Schwarze Johannisbeere
Besser als Goji-Beeren: Schwarze Johannisbeere. Bild © Colourbox.de

Der Goji-Beere wird nachgesagt, unter anderem Vitamin C, Calcium und Antioxidantien zu enthalten. Die schwarze Johannisbeere kann da locker mithalten - ganz ohne gefährliche Pestizide. Zudem ist die Johannisbeere viel kalorienärmer als ihre Konkurrenz aus China.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 26.04.2018, 10:15 Uhr

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