Kontaktlos zahlen mit NFC
Karte dranhalten - und fertig! Kontaktloses Bezahlen spart viel Zeit. Bild © Imago

In vielen Läden kann man mittlerweile kontaktlos bezahlen. Aber ist das überhaupt sicher? Wir haben nachgefragt!

Schneller gehts wohl kaum: Einfach die EC-Karte an der Kasse an das Lesegerät halten - und schon ist der Einkauf bezahlt! Es gibt immer mehr Läden, in denen ihr mittlerweile kontaktlos zahlen könnt. Aber wie sieht es mit der Sicherheit dieser Technik aus?

Bei der sogenannten "Near Field Communication", also "Nahfeldkommunikation", tauschen Karten oder Smartphones über Funkwellen Daten mit einem Lesegerät aus. In vielen Bereichen unseres Alltags wird diese NFC-Technik schon erfolgreich eingesetzt: Sie steckt zum Beispiel in den Zimmerkarten in Hotels oder in den Hausausweisen, die uns auf der Arbeit die Türen öffnen. Auch beim "Aufschließen" von Carsharing-Autos wird sie genutzt.

Wie sicher ist das?

Kontaktloses Zahlen gilt als sehr sicher. Damit NFC-fähige Karten oder Smartphones von einem Lesegerät aktiviert werden, dürfen sie nicht mehr als vier Zentimeter entfernt sein. Eure Girokarte muss also sehr nah an ein solches Terminal gehalten werden, damit ein Datenaustausch beginnt. Außerdem kann es sich immer nur mit einem NFC-Chip gleichzeitig und auch nur für einen kurzen Augenblick verbinden. Eine versehentliche Verbindung kann so nicht entstehen.

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Wenn Ihr ein NFC-fähiges Smartphone habt, könnt Ihr auch damit kontaktlos zahlen. Bild © colourbox

Bei Einkäufen über 25 Euro ist trotzdem noch die PIN nötig. "Die meisten Anbieter bauen außerdem Zufallsabfragen ein, sodass auch unter 25 Euro manchmal die PIN abgefragt wird", erklärt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest im hr3-Interview. Sie hat keine Sicherheitsbedenken: "Im Prinzip ist es nichts anderes, als wenn man mit Bargeld durch die Straßen geht. Da kann auch was passieren", findet sie.

Wie kann ich mich vor Betrug schützen?

Hacker müssen ihrem Opfer sehr nah kommen und genau wissen, wo sich das Portemonnaie oder das Smartphone befindet, um einen Kontakt herzustellen. Das sorgt schon einmal für Sicherheit. Auch andere Karten oder Münzen im Portemonnaie verschlechtern das Signal. Wer noch mehr Schutz möchte, kann seine Karte zum Beispiel in eine speziell beschichtete Hülle stecken und das Signal weiter abschwächen.

Zahlt Ihr online, wird zusätzlich eine TAN erstellt oder ein Sicherheitscode abgefragt, der sich nur physisch auf der Rückseite der Karte befindet. Oft gibt es auch die Möglichkeit, sich über getätigte Transaktionen in Echtzeit per SMS oder App informieren zu lassen. So würdet Ihr einen Betrug schnell bemerken. Um Eure Daten müsst Ihr Euch auch keine Sorgen machen: NFC-Geräte verschicken die Daten nur verschlüsselt. Informationen wie etwa der Name des Karteninhabers sind gar nicht erst auf dem Chip abgespeichert.

Wann wird sich das kontaktlose Zahlen durchsetzen?

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An diesem Zeichen erkennt Ihr, ob Ihr mit Eurer Karte kontaktlos zahlen könnt. Bild © colourbox

Jede Kreditkarte, die jetzt beantragt wird, ist schon NFC-fähig. Das erkennt Ihr am Wifi-Symbol in der Ecke. Bei den Girokarten soll es bis Anfang nächsten Jahres auch überall der Fall sein, im Einzelhandel sollen die NFC-Terminals bis 2020 Standard sein.

Bis sich die Technik durchsetzt, könnte es laut Kerstin Backofen aber noch ein bisschen dauern: "Bisher sind die Deutschen ja eher die traditionellen Bezahler gewesen - am liebsten mit Bargeld und wenn schon mit Karte, dann so wie man es gewöhnt ist: einstecken und unterschreiben oder PIN eingeben." Gerade für Kleinbeträge werde es sich aber etablieren, ist sich die Expertin sicher.

Sendung: hr3, "hr3 am Vorabend", 23.10.2017, 18:00 Uhr

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