Insektizidverbot zur Bienenrettung?
Wildbienen sind bedroht. Dabei ist es gar nicht schwierig, den eigenen Garten zur Bienen-Oase zu machen. Bild © picture-alliance/dpa

In Tanjas Garten nisten neuerdings Wildbienen – und zwar in ihren Gartenstühlen. Das ist ein Kompliment: Tanja scheint einen bienenfreundlichen Garten zu haben! Mit diesen Tipps macht Ihr auch Euren Garten zum Bienen-Paradies.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kathrin Kaltwaßer vom NABU erklärt, wieso die Bienen sich in Tanjas Holzmöbeln so wohlfühlen

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Eine Analyse des hr-Datenteams zeigt: Die Wildbienen sind bedroht. Und das könnte dramatische Folgen für die Landwirtschaft haben, schließlich sind Wildbienen wie die Gehörnte Mauerbiene, Holzbiene oder auch die Hummel für Ertrag und Qualität der Ernten in Hessen zuständig. Die gute Nachricht aber: Wir alle können den Wildbienen helfen. Tanja aus der hr3 Morningshow hat ihren eigenen Garten schon zur Bienen-Wohlfühl-Zone gemacht – und zwar so:

Tipp 1: Nahrung bereitstellen

Biene in einer Blume
Krokusse sind eine gute Nahrungsquelle für Wildbienen. Bild © Colourbox.de

Das macht Ihr, indem Ihr in Eurem Garten oder auf Eurem Balkon heimische Pflanzen und ihre Wildformen anpflanzt. Im Idealfall bietet Ihr den Wildbienen von März bis Oktober eine Blütenpracht. Im Frühjahr könnt Ihr mit Winterlingen, Krokussen oder Leberblümchen anfangen. Auch Korbblütler (z.B. Sonnenblume und Margerite), Lippenblütler (z.B. Thymian und Lavendel), Schmetterlingsgewächse (z.B. Ginster und Lupine) und Stauden (z.B. Lilien, Enzian) sind Bienenfreundlich.

Tipp 2: Platz zum Nisten schaffen

Die dunkelfransige Hosenbiene nistet unterirdisch
In weichem Boden aus Sand oder Löss kann die dunkelfransige Hosenbiene gut Löcher zum Brüten bohren. Bild © Imago Images

Drei Viertel der Wildbienen-Arten legen ihre Nester unterirdisch im offenen Boden an. Um ihnen Nistplätze zu schaffen, könnt Ihr einfach offene Flächen in Eurem Garten bereithalten, auf denen nichts steht oder an denen nichts eingepflanzt ist. Der Boden sollte an dieser Stelle möglichst weich sein. Löss bietet sich zum Beispiel an, darin können die Bienen gut ihre Brutplätze bohren.

Für die oberirdisch nistenden Wildbienen könnt Ihr entweder fertige Nisthilfen kaufen oder selbst Nistkästen bauen. Dazu eignet sich zum Beispiel eine künstliche Steilwand mit vorgebohrten Löchern. Legt ruhig unterschiedlich große Löcher an (zwischen 2 und 9 Milimeter groß und mindestens 15 Zentimeter tief). Wichtig ist auch hier die Materialwahl: Sand, Löss und Lehm eignen sich gut. Oder Ihr macht es wie Tanja – wenn auch unfreiwillig – und besorgt Euch Holzmöbel für die Terrasse!

Weitere Informationen

Insektenhotels speziell für Wildbienen

Allgemein gilt: Hängt Euer Insektenhotel Richtung Osten, also Richtung Morgensonne, und möglichst windgeschützt auf. So fühlen sich die Wildbienen besonders wohl.

Bei der Wahl Eures Insektenhotels solltet Ihr darauf achten, dass es auch tatsächlich für Wildbienen gedacht – also nur mit Löchern ausgestattet – ist. Hotels, die für mehrere Insektenarten gedacht sind, ziehen nämlich oftmals auch Fressfeinde der Wildbienen wie etwa Ohrenkneifer an. Ihr habt bereits ein solches Hotel zu Hause? Kein Problem: Ihr könnt sie einfach umbauen, indem Ihr zum Beispiel die Tannenzapfen oder Holzwolle rausnehmt.

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Tipp 3: Richtig einkaufen

Bio-Zitrone
Wer beim Einkaufen auf Bio achtet, unterstützt die Pestizid-freie Landwirtschaft - und damit auch die Wildbienen. Bild © picture-alliance/dpa

Bewusster Konsum hilft auch den Wildbienen. Wenn wir im Supermarkt weniger Fleisch kaufen und vermehrt zu Bio-Produkten greifen, stärken wir damit die Pestizid-freie Landwirtschaft. Diese Gifte sind für Bienen nämlich tödlich. Klar, Bio ist in der Regel etwas teurer. Qualität und Bienenfreundlichkeit sind ihren Preis aber wert – und wir können den Bienen auch außerhalb des eigenen Gartens unter die Arme greifen.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 28.05.2019, 05:00 Uhr

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