Vor vier Jahren war Brigitte aus Mörfelden-Walldorf in einen schweren Autounfall verwickelt: Ein anderer Fahrer fuhr ihr hinten rein – weil er durch sein Handy abgelenkt war. Für sie ist "Kopf hoch" deshalb mehr als nur eine Aktion.

Kopf hoch Hörerin Brigitte
Brigitte und ihre Kinder kamen mit einem Schock davon – ihr neues Auto aber war nach dem Unfall ein Totalschaden. Bild © privat

Jeden Tag, wenn Brigitte an dieser einen Stelle vorbeifährt, erinnert sie sich an den Tag des Unfalls: "Ich bin mit meinen zwei Kindern auf der Bundesstraße gefahren, die ist relativ gerade, hat aber eine leichte Linkskurve. Ich bin nur 50, 60 schnell gefahren, und plötzlich kam mir ein junger Mann entgegen", erzählt sie im hr3 Interview in der Kate Menzyk Show.

Kopf hoch: Hörerin Brigitte
Brigitte aus Mörfelden-Walldorf weiß, wie viel Glück sie damals hatte und ist dankbar für die Aktion "Kopf hoch": "Eigentlich müsste man alle Amaturenbretter damit bekleben", sagt sie. Bild © Anna Lisa Lüft (hr3)

Sie weiß noch genau: Er hat nicht auf die Fahrbahn geschaut, sondern nach unten, vermutlich auf sein Handy. Dadurch muss er die Kurve übersehen haben – und fuhr einfach geraudeaus weiter auf die Gegenfahrbahn. Es ging alles ganz schnell: Brigitte zog das Lenkrad nach rechts und verhinderte so einen Frontalzusammenstoß.

Glück im Unglück

Der entgegenkommende Fahrer erwischte sie trotzdem. "Das war wie beim Gokart, er ist mir voll in die Hinterachse gefahren", berichtet sie. Das Auto direkt hinter ihr konnte ebenfalls reagieren und sich aus der Gefahrenzone bringen, der Fahrer dahinter aber stieß frontal mit dem Falschfahrer zusammen.

"Wir hatten alle ein Riesenglück", erinnert sich Brigitte. Der Unfallverursacher erlitt einen Nasenbeinbruch, der dritte Fahrer brach sich Rippen und Beine. Brigitte und ihre Kinder kommen mit einem Schleudertrauma und einem Schock davon. Ihr Auto hingegen war ein Totalschaden: "Es war ein neues Auto, gerade vier Tage alt. Dadurch war ich sehr bewusst unterwegs und Gott sei Dank null abgelenkt." Sonst hätte der Unfall ganz anders verlaufen können.

Sie zieht trotzdem etwas Positives aus diesem Erlebnis: "Mein Sohn hat damals gerade seinen Führerschein mit 17 gemacht und am eigenen Leib erlebt, wie schnell sowas gehen kann." Sie hofft, dass er sich beim Fahren niemals vom Handy ablenken lässt – eben weil er weiß, dass ein paar Sekunden Unachtsamkeit schon einen solchen Unfall auslösen können.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 29.10.2018, 13:30 Uhr

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