Frau und Kind mit Tablet
Streamingdienste haben viele kinderfreundliche Inhalte – aber auch genügend Inhalte, die Eure Kinder lieber nicht sehen sollten. Bild © picture-alliance/dpa

Lebensgefährliche Challenges, brutale Thriller – Streamingdienste wie YouTube oder Netflix sind voll von Inhalten, die alles andere als kindgerecht sind. Hier erfahrt Ihr, was Ihr tun könnt, damit Eure Kinder nur das sehen, was sie sehen sollten.

Vor Kurzem geisterte die "Bird Box Challenge" durch die sozialen Medien. Menschen verbinden sich – inspiriert von einem Netflix-Thriller – die Augen und irren durch die Welt. Einige fahren sogar mit verbundenen Augen Auto. Derart schlechte Vorbilder gibt's bei YouTube zuhauf. Die Plattform hat zwar angekündigt, gegen solche Videos vorzugehen, aber man findet sie immer noch.

Für Euch heißt das: Wenn Ihr wollt, dass Eure Kinder nur gucken, was für sie geeignet ist, solltet Ihr selbst aktiv werden – und zwar auf allen Streaming-Plattformen, die Eure Kinder nutzen.

YouTube Kids

Safer Internet Day: Sicheres Streaming für Kinder mit YouTube Kids
Bei Netflix könnt Ihr ein Extra-Profil für Eure Kinder anlegen – inklusive PIN-Schutz und Altersfreigabe. Bild © Screenshot Netflix

"YouTube Kids" ist eine YouTube-Version mit ausschließlich familienfreundlichen Inhalten und kindgerechter Werbung. Die Plattform gibt es seit 2017. Sie ist als App für Android- und Apple-Geräte verfügbar und eine gute Alternative zum "normalen" YouTube. Ihr legt dort ein Profil mit dem Alter Eures Kindes an, anschließend werden nur altersgerechte Videos angezeigt.

Safer Internet Day: Sicheres Streaming für Kinder mit YouTube Kids
Ihr habt Bedenken wegen eines Inhalts? Dann solltet Ihr ihn melden. Bild © Screenshot YouTube

Allerdings erfolgt die Auswahl der Inhalte durch Algorithmen, das heißt automatisch. Ungeeignete Inhalte werden zwar gelöscht, aber erst, wenn sie von Nutzern gemeldet werden. Das kann ein Problem sein: Aufgewühlte Eltern in den USA haben davon berichtet, dass beliebte Kinderinhalte parodiert oder verunstaltet wurden. Dass in Videos zum Beispiel Peppa Wutz gefoltert wird oder Paw-Patrol-Mitglieder sterben.

Das heißt: Mit YouTube-Kids sind Eure Kinder vor vielen problematischen Inhalten geschützt. Allerdings habt Ihr auch hier keine Garantie, dass alles kindgerecht ist. Im Zweifel hilft – wie immer – nur: mitgucken.

Netflix & Amazon Prime: Kindersicherung einrichten

Safer Internet Day: Sicheres Streaming für Kinder
Um Netflix kindersicher zu machen, kann eine PIN vergeben werden. Bild © Screenshot Netflix

Sowohl bei Netflix als auch bei Amazon Prime könnt Ihr Euch PIN-Codes einrichten. Diese müssen dann eingegeben werden, bevor bestimmte Inhalte abgespielt werden.

Bei Netflix funktioniert das über Profile. Wenn Eure Kinder häufiger Netflix schauen, solltet Ihr für sie ein eigenes Profil einrichten. In jedem Profil könnt Ihr einen vierstelligen PIN festlegen und einstellen, ab welcher Altersfreigabe die PIN eingegeben werden muss. Zusätzlich könnt Ihr bestimmte Titel auswählen, für die die PIN-Eingabe unabhängig von der Alterseinstellung erforderlich ist.

Safer Internet Day: Sicheres Streaming für Kinder
Bei Amazon Prime könnt Ihr für Inhalte eine Altersbeschränkung vergeben. Bild © Screenshot Amazon Prime

Bei Amazon Prime gibt es keine Profile. Ihr legt global fest, für welche Inhalte eine Altersfreigabe per PIN erfolgen soll. Dafür habt Ihr hier den Vorteil, dass Ihr auswählen könnt, für welche Geräte die Altersfreigabe gelten soll – auf dem iPad könnten zum Beispiel andere Regeln gelten als auf dem Fernseher.

Außerdem bietet Amazon sein Fire-Tablet in einer Kids-Edition an. Dort lassen sich bis zu vier Profile für Kinder einrichten. Ungeignete Inhalte werden hier per Altersfilter aussortiert, zudem ist die Bedienoberfläche auf Kinder zugeschnitten.

Tipp: Inhalte runterladen und in den Flugmodus schalten

Problematisch wird's meistens, wenn die Kleinen sich von einem Inhalten zum nächsten klicken. Und am Ende bei Peppa Wutz' Folterung landen – oder bei einem Horrorfilm, der zwar Euren Interessen entspricht, aber definitiv nichts für Eure Kinder ist.

Dem könnt Ihr vorbeugen, indem Ihr die Internet-Verbindung trennt, sobald Eure Kinder unbeaufsichtigt am Handy oder am Tablet sind. Ladet einfach nur ein paar Folgen der Serie Eures Vertrauens herunter, danach ist Schluss. So verhindert Ihr auch, dass Eure Kinder sich in einen Serien-Marathon stürzen, falls Ihr Euch versehentlich am Telefon verquatscht habt oder das Kochen länger dauert.

Der Haken: Die Option, Euch Videos herunterzuladen, habt Ihr nicht bei allen Netflix- oder Prime-Inhalten. Bei YouTube braucht man zum Runterladen einen "Premium Account".

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 05.02.2019, 09:30 Uhr

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